Die Zahl 1896, die das Nummernschild des Feuerwehrautos schmückt, ist kein Zufall. Genau seit 1896, also 120 Jahre, gibt es die Freiwillige Feuerwehr Saltendorf-Bösenbechhofen. Befasst man sich mit der Chronik des Vereins, wird vor allem eines deutlich: Die Feuerwehr erfüllte schon immer zwei Funktionen. Zum einen natürlich die Schutz- und Rettungsfunktion, zum anderen war sie aber auch schon immer ein beliebter Treffpunkt für die Einwohner von Saltendorf und Bösenbechhofen.

Noch heute lässt sich mithilfe von alten Dokumenten und des allerersten Original-Protokollbuchs, das der Vorsitzende Josef Peßler bei sich zu Hause aufbewahrt, nachvollziehen, wie alles begann. Am 26. April 1896 wurde die Feuerwehr mit der Etzelskirchener Wehr in Saltendorf gegründet. Ausschlaggebend für den Gründungsort war höchstwahrscheinlich die Tatsache, dass der damalige Bürgermeister aus Saltendorf kam.

So entstanden zwei Kompanien in Etzelskirchen sowie in Saltendorf-Bösenbechhofen mit jeweils 32 Mitgliedern. Heute bringt es die Truppe auf 160 Mitglieder, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass die beiden Höchstadter Ortsteile gemeinsam etwa 150 Einwohner haben. "Fast jeder ist hier beim Verein dabei", sagt Peßler. "Und wir haben sogar ein paar Mitglieder, die nicht mehr hier wohnen, ihren Wurzeln und der Feuerwehr aber nach wie vor treu geblieben sind."

Nicht immer besaß die Feuerwehr ihr rot lackiertes Tanklöschfahrzeug. 1989 war es zunächst ein alter Hänger mit Löschpumpe, den die Feuerwehr von der FFW Etzelskirchen erhielt. Lange leistete er der Feuerwehr an einen Traktor gekuppelt gute Dienste, bis vor einigen Jahren der Wunsch nach einem richtigen Feuerwehrauto größer wurde. Vorher war es aber an der Zeit, einen anderen lang gehegten Plan in die Tat umzusetzen: Denn was wäre eine Feuerwehr ohne ein eigenes Feuerwehrhaus?


Eigenleistung war gefragt

Über zwei Jahre mauerten, bauten und werkelten die Mitglieder an ihrem Haus und erledigten fast alle anfallenden Arbeiten in Eigenleistung. Nach der Einweihung 2003 stand der neue Treffpunkt in der Saltendorfer Ortsmitte für die Feuerwehrmänner und -frauen fest. Nichtsdestotrotz, ein neues Fahrzeug musste her. 2012 nutzte die Feuerwehr die Gunst der Stunde und erstand mit der Stadt Höchstadt den alten Unimog der Stadt Erlangen. Jetzt war das Fahrzeug da, aber noch nicht wie gewünscht: Der damalige Kommandant Hubert Dorsch und sein Sohn Richard brachten den Unimog in 600 freiwilligen Arbeitsstunden auf Vordermann. Dabei wurde nicht nur Rost entfernt und neue Bleche eingearbeitet, das Fahrzeug erhielt daneben auch eine komplett neue Lackierung.
2013 wurde das Tanklöschfahrzeug eingeweiht. Seitdem begleitet es die aktuell 29 aktiven Feuerwehrleute auf ihren Übungen und Einsätzen.

Zu den Übungen müssen die Frauen und Männer einmal im Monat erscheinen. Einsätze gibt es eher wenige in den beschaulichen Ortschaften, im Durchschnitt ein bis zwei im Jahr. "Meistens sind Sturmschäden der Grund für unsere Einsätze. Zum Beispiel vollgelaufene Keller oder umgefallene Bäume, die die Straße blockieren", sagt Hubert Dorsch.
Immer engagiert im Sinne ihres Mottos "retten, löschen, bergen, helfen" tragen die ehrenamtlichen Feuerwehrleute dazu bei, dass die Einwohner von Saltendorf und Bösenbechhofen sich in ihren Heimatorten sicher fühlen können. Auf dem besten Weg, ein aktives Mitglied zu werden, sind momentan auch die sieben jungen Leute der Jugendfeuerwehr. "Unser Ziel ist es, die Jungen auf die aktive Wehr vorzubereiten", sagt Jugendwartin Julia Dorsch. Doch nicht nur der sichere Umgang mit Armaturen, Schläuchen und Co. wird geübt, sondern auch gemeinsame Aktionen kommen bei der Jugendfeuerwehr nicht zu kurz.
Jedes Jahr besuchen die Jugendlichen beispielsweise ein Zeltlager. Momentan gibt es noch sieben Jungen und Mädchen zwischen 15 und 17 in der Jugendfeuerwehr. Diese werden aber in den nächsten Jahren in den aktiven Dienst übernommen werden.

Danach fehlt es an Nachwuchs. "In zwei bis drei Jahren wird es zwangsläufig keine Jugendfeuerwehr mehr geben. Mitte der 90er Jahre hatten wir viele Kinder, doch jetzt heißt es erst einmal: Warten auf die nächste Generation", sagt Peßler.

Grillfest ist der Höhepunkt im Jahr

Nicht nur der Jugendfeuerwehr, sondern auch den aktiven und passiven Mitgliedern der FFW ist es ein Anliegen, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in den Dörfern zu fördern. Viele Aktionen sorgen dafür, dass die Feuerwehr als einziger Verein in den Ortschaften die Funktion eines Treffpunktes erfüllt.
Das Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr Saltendorf-Bösenbechhofen findet immer am dritten Sonntag im August statt und ist inzwischen weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. Im Terminkalender der Feuerwehr markiert das Fest den Höhepunkt des Vereinsjahres und gleichzeitig auch die Haupteinnahmequelle für die Vereinskasse.

Jedes Jahr stemmen die rund 60 Helfer die Veranstaltung, die am Mittag mit fränkischen Spezialitäten beginnt und am Abend mit einer deftigen Brotzeit zu Ende geht. In diesem Jahr waren es so viele Gäste wie nie zuvor - über 1000 Essen gingen laut Vorstand Josef Peßler über die Theke.


Abhängig vom Wetter

"Am Abend hatten wir an Fleisch nur noch ein Schnitzel und eine handvoll Bratwürste übrig", zieht seine Frau Renate Peßler Bilanz. Das Fest war schon vom ersten Mal an ein Erfolg, wenn auch der Ansturm damals geringer war.
Angefangen hat alles recht gemütlich 1985 in der Wiese gegenüber der ehemaligen Gaststätte Schwandner. Ein Nachteil an dieser Lokalität war aber, dass man in großem Maße vom Wetter abhängig war. Die Feuerwehr konnte sich zu dieser Zeit aus finanziellen Gründen nur ein kleines Zelt leisten, in dem höchstens 80 Personen Platz fanden. Regnete es, so war der Großteil der Gäste unter freiem Himmel ungeschützt. Eine gute Lösung fand sich in den 90er Jahren. Der damalige Vorsitzende Ambros Peßler bot seine neu errichtete Maschinenhalle als Veranstaltungsort an. Mehr Platz, eine feste Überdachung und eine ganz eigene, stimmungsvolle Atomsphäre - wer hätte da schon nein gesagt.
Mit der Einweihung des Feuerwehrhauses 2003 fand das Grillfest dann seinen endgültigen Platz vor dem Feuerwehrhaus, wo es bis heute ausgerichtet wird.