So richtig wahrhaben wollte Konrad Körner (CSU) das Ergebnis der Befragung nicht. Offenbar hatten die von der Stadt angesprochenen Wirte nahezu komplett kein Interesse an der Einrichtung eines Stadtstrandes geäußert. Damit ist ein solches Vorhaben auf öffentlichem Raum für Herzogenaurach vom Tisch.

Körner hatte im September einen solchen Strand beantragt. Damit erhoffte er sich eine Belebung der Innenstadt. Damals wurde die Verwaltung beauftragt, das Interesse der Gastronomen abzufragen. Denn ohne eine solche Beteiligung wollte die Stadt das auch nicht bezuschussen.


Viele Gründe dagegen

Bettina Geier-Hildel vom Kulturamt hatte für den Kulturausschuss nun aber ernüchternde Nachrichten. Niemand wolle einen solchen Stadtstrand federführend betreiben, sagte sie. Was sie allerdings auch für "keine große Überraschung" hielt. Gründe seien mehrere angegeben worden. Zum einen sahen die Gastronomen keine Rentabilität, wohl aber hohe Kosten. Auch viel Personal wäre erforderlich und schließlich fehle es an einer geeigneten Fläche. Auch schreckten die Befragten davor zurück, ihrem eigenen Betrieb Konkurrenz zu machen. Und letztlich gebe es solche Einrichtungen im Umkreis von 30 Kilometern ja bereits drei, die von der Zielgruppe her nahezu identisch seien: in Erlangen, Nürnberg und seit Mai auch in Forchheim. Dort habe man als Hauptsponsor auswärtige Großbrauereien, um die ganze Infrastruktur zu stemmen.

Freilich, so ergänzte die Rathaus-Mitarbeiterin, könne man ein solches Vorhaben auf einer privaten Fläche bewerkstelligen. Achim Hubmann, der Wirt des Kreisls, habe sich da nicht abgeneigt gezeigt. Er möchte den Kopf nicht in den Sand stecken und darüber nachdenken, sagte Geier-Hildel. Eine städtische Förderung wäre aber erst dann möglich, wenn mindestens zwei Gastronomen die Aufgabe gemeinsam stemmen.

Einen entschiedenen Gegner fand Antragsteller Körner in den eigenen Reihen. Fraktionskollege Franz-Josef Lang, ein Anlieger der Hauptstraße, lehnte eine solche Einrichtung auf öffentlichem Grund ab."Vom Ding her kann man drüber reden", zitierte er einen Ausspruch. Aber nur dort, wo er hingehört, nicht aber in die Öffentlichkeit.

Die Innenstadt habe andere Sorgen. Eine Kleinstadt müsse Charakter zeigen, Authentizität sei wichtig. "Nur Echtheit schafft Wert", behauptete Lang und betrachtete einen Strand eher als beliebig.
Körner gab zu, dass die Meinungen sicher gemischt seien. Aber er habe auch den Eindruck, dass irgendwie jeder auf den anderen warte, was er tut, die Stadt also auf die Wirte. Als er dann noch seinen Fraktionskollegen Lang ob seiner Aussagen kritisierte, reagierte dieser barsch: "Ich stelle mein Mandat nicht für alles zur Verfügung."


Private Initiative hilft vielleicht

Manfred Welker (FW) fand es gut, dass vielleicht der Kreisl damit anfangen will. "Vielleicht wird ja was draus, wenn andere sehen, dass es geht", sagte er. Dann kommt das Thema Stadtstrand möglicherweise doch noch einmal auf den Tisch.