Mit seinem aktuellen Programm "Der Fluch des Pharao" trat Stephan Zinner in Uehlfeld im Rahmen des Bänkla-Programms vor ein begeistertes Publikum. Der Mann kann mehr als den Söder am Nockherberg spielen und braucht sich nicht auf diese Paraderolle reduzieren zu lassen. "Er ist einfach gut" bringen es Andrea und Martin aus den Reihen der Zuschauer auf den Punkt. "Er führt einen zum Lachen hin."
Eine "Mitarbeitsverpflichtung" erlegte er den Menschen im Prechtelsaal gleich zu Beginn auf. Dass damit nicht etwa das Heraufkommen auf die Bühne oder Ähnliches gemeint war, zeigte sich im Laufe des Abends deutlich: Mitdenken war gefragt und vor allem schnelles Umschalten aus harmlosen Erzählungen zur Lachpointe. "Den Humor darf man nicht verlieren, auch wenn es mal nicht so klappt im Leben", ist seine Maxime und entsprechend setzte er seine Akzente.
Da war die klappernde Büchse mit der Asche des verstorbenen Großonkels - alles drin, inklusive Kniegelenk. Und wer kommt als Mumie verkleidet zur Kinderfaschingsparty? Klar, das kann ja nur ein Lehrerkind sein. Auch die Ehefrauen bekamen ihr Fett weg. Man lernt als Mann schließlich nach etwa 100 Versuchen, den eigenen Standpunkt mit Argumenten zu vertreten, und wann es besser ist, einfach zuzustimmen. Empfindlich durfte man als Zuhörer jedenfalls nicht sein, schließlich konnte man nicht wissen, ob der eigene Status nicht die nächste Zielscheibe des bissigen Humors war.
Ansonsten erzählte der Kabarettist mit seiner eigenen Note eigentlich einfach Geschichten so aus dem täglichen Leben. UPS-Paketboten, der Panflötenspieler aus Peru, die lieben Verwandten bei der Beerdigung von Onkel Karl - man muss auch die guten erwähnen, es sind immerhin zwei - und vieles mehr gereichten dem Publikum jedenfalls zu einem mehr als vergnüglichen Abend. Die Schwächen von Menschen und gesellschaftlichen Konventionen darstellen und dabei genau die Dinge aussprechen, die schon jeder mal gedacht hat, aber die man eigentlich hinter Höflichkeit und Takt verbirgt, das kann der Zinner. Und zwischendurch zeigte er auch seine musikalischen Qualitäten - ob Country oder Liedermacher, die Stimme passte und die Texte seiner Lieder entsprachen dem Programmstil.