Das Herrchen sah etwas martialisch aus. Frauchen hatte etwas von einem Burgfräulein. Die beiden passten hervorragend zu Sir Lancelot, King of Icefire. Bleibt zu vermuten, dass das edle Tier nicht nur blaue Augen, sondern auch blaues Blut in den Adern hat. Der "königliche" Kater mit seinem fast weißen Fell fiel ins Auge unter den vielen Rassenkatzen, die in der Ausstellung des "Cat Clubs Germany" präsentiert wurden. Am Samstag und Sonntag war die Höchstadter Aischtalhalle Ziel vieler Katzenfreunde.

Kleine und große Katzen waren darunter, solche die sanft guckten und andere, bei denen man die Bezeichnung "Stubentiger" nachempfinden konnte. Eines hatten sie fast alle gemeinsam: Sie trugen ein "von" im "Nachnamen".

"Katze ist Katze wie Mensch Mensch ist", sagt Günter Wühr, Vorsitzender des Amberger Cat Clubs, nach Mentalitäten und Charaktere der verschiedenen Rassen befragt. Die Unterschiede zwischen den Katzen wären so wie bei den Menschen. 170 Tiere aus mehr als 20 Rassen waren in Höchstadt zu sehen. In der Regel hatten sie einen Stammbaum, der vier Generationen zurück reicht. Die Aussteller kämen aus einem Umkreis von etwa 200 Kilometern. Ein paar Ausnahmen aus Österreich und der Schweiz wären auch dabei.

Wühr, selbst Hobbyzüchter, sieht die Rassekatzenzucht als eine Art Sport und die Ausstellung als Wettbewerb. Ein nicht ganz billiger Sport allerdings: "Es ist ein Ammenmärchen, dass man durch die Zucht Geld verdient oder gar reich wird", sagt der Amberger Vorsitzende. Der Verein nehme auch nur reine Hobbyzüchter auf, keine Mitglieder, die berufsmäßig züchten.

Am Ende der Ausstellung konnten die schönsten Tiere Champion oder auch World-Champion werden. Bei der Bewertung durch eine Jury zählen Körperbau, Körperform, Augenform und -stellung, Farbe und Zeichnung. Dass die Katzen ihren Besitzern viel wert sind, zeigen die Behausungen. Beim Anblick kommt einem das Wort "residieren" in den Sinn. Schüsselchen und Näpfe aus Edelstahl, Iglus und Kissen aus weichem Textilmaterial als Rückzugsort, sollte der Stress einmal zu groß werden.