Viele Pollenallergiker können nach dem "langen" Winter der geradezu explodierenden Natur nicht viel abgewinnen und sehen die derzeit blühenden Bäume, Pflanzen und Gräser lieber aus der Ferne oder gar durch das geschlossene Fenster.
Der Höchstadter Biologe Hans Krautblatter blüht hingegen geradezu auf und weiß zu begeistern, wenn er wieder mal interessierte Gruppen durch die Naturschutzgebiete rund um Höchstadt und Gremsdorf führt, um auf den Artenreichtum der heimischen Tier- und Pflanzenwelt einzugehen. So war auf Einladung der Kolpingsfamilie Höchstadt eine Gruppe im Jahre 1987 ausgewiesenen Naturschutzgebiet "Weihergebiet bei Krausenbechhofen" unterwegs.
Wie die Kolpingsfamilie mitteilt, erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel, dass die dortigen Erlenbruchwälder viele Pflanzenarten beherbergen und Wassergräben sowie Feuchtwiesen die Heimat vieler Heilpflanzen sind. Kultivierte und gedüngte Wiesen hingegen haben eine bis zum Faktor zehn verarmte Pflanzenpopulation, so der Biologe.
Blesshuhn, Tafelente und der Singvogel mit dem ungewöhnlichen Namen Mönchsgrasmücke konnten in diesen frühen Morgenstunden mit Ferngläsern leicht geortet werden. Die über die Weiherlandschaft kreisenden Graureiher klassifiziert Krautblatter nicht unbedingt als gierigen Fischräuber.
Früher seien als zusätzlichen Teichbesatz häufiger Schleien, "Kleines Moderlieschen" und diverse Weißfische eingesetzt worden, die den Reihern als Nahrung dienten. Zum Ärgernis mancher Weiherbesitzer wichen heutzutage die umgangssprachlich genannten Fischreiher auch schon mal auf Karpfen aus, zumal diese sich in flachen Weihern mit ihren häufig abgeschrägten Böschungen kaum verstecken könnten.
Die Blätter der Brennnessel würden einen leckeren Salat abgeben, die "medizinisch sehr wertvolle" Wurzel sei vielseitig bei körperlichen Beschwerden einsetzbar. Bei Warzen helfe die gelbe klebrige Milch des Schöllkrautes, die Blätter des Weißdornbaumes hingegen dienten der Stärkung des Herzens. Eine Hainbuche habe ein besonders zähes Holz, was gerne für Werkzeugstiele eingesetzt würde. Der alte fränkische Begriff "Hainbuchener" charakterisiere aus diesem Grunde einen körperlich besonders zähen, aber mitunter auch sturen Zeitgenossen. ft