Es gibt viele Möglichkeiten den Samstagvormittag zu verbringen. Zum Beispiel aktiv in der Autowaschanlage, im Garten beim Graben, beim Einkaufen oder einfach, um mal lange und auszuschlafen. Der Aurachtaler Bürgermeister Klaus Schumann hatte da aber eine etwas andere Idee.
Der Bürgermeister rief die Gemeinde auf zum "1.Aurachtaler Dreck-weg-Tag". Vom Ergebnis war er dann aber überrascht. Auf dem im Amtsblatt veröffentlichten Aufruf meldeten sich auf um die 50 Aurachtaler, um für Sauberkeit in der Gemeinde und der Ortsteile zu sorgen. Tatsächlich fanden sich an den Feuerwehrhäusern in Falkendorf, Münchaurach und Neundorf dann weit mehr als die angemeldeten "Dreck-weg-Macher" ein. Groß und Klein rüsteten sich mit Handschuhen, Mülltüten und einem Wegeplan aus. Sie halfen beim Frühjahrsputz ihrer Gemeinde.
Zentraler Treffpunkt war dann am Bauhof der Gemeinde, wo die vielen Sammlerinnen und Sammler mit gegrillten Bratwürsten und Getränken versorgt wurden - der einzige Lohn, en es entgegenzunehmen galt.
Der Bürgermeister ging natürlich mit gutem Beispiel voran. Er war mit einem Kleinbus an den Ortsrändern unterwegs und fand ein am Vortag entwendetes Fahrrad (siehe Polizeibericht/Seite 18). Das wurde direkt der Polizei übergeben.

Müll an allen Ecken und Kanten

Doch bei dem kriminalistischen Fund blieb es natürlich nicht. Der Kippanhänger am Bauhof füllte sich zusehends mit allerlei Unrat, darunter Autoreifen mit und ohne Felgen, Radblenden, Plastik, Flaschen, Dosen und Hinterlassenschaften von Fast-Food-Anbietern aus der Region.
Auch die wöchentlichen Prospekte der Supermärkte und Discounter lagen gebündelt in Hecken und Straßengräben. Die achtjährige Sophie war entsetzt und stocksauer, als sie am Bauhof ankam. "Das sind alles Schweine, weil sie einfach alles wegwerfen, die müssten richtig bestraft werden und beim Einsammeln des Drecks mithelfen müssen", fordert sie.
In der Tat, die Sammler schüttelten über den Unrat an den Straßenrändern den Kopf, vor allem die Getränkebecher, Dosen und Flaschen zeugen vom fehlenden Umweltbewusstsein vieler Autofahrer.
"Das gehört denen in ihrem Garten geschmissen", meinte eine junge Mutter, die mit ihren zwei Kindern unterwegs war. Am Ende bedankte sich der Bürgermeister für die gelungene Aktion, die im Herbst wiederholt werden soll.