"Elefantentreffen" in der Veit-vom-Berg-Halle in Uehlfeld am Samstagabend. Lizzy Aumeier und Ottfried Fischer wucherten mit ihren Pfunden vor rund 500 Zuschauern - im übertragenen so wie im wörtlichen Sinn.
Beide ein wenig angeschlagen - Fischer durch seinen "Freund Parkinson" und Aumeier durch eine starke Erkältung, die sie kürzlich sogar noch zur Absage eines anderen Auftritts gezwungen hatte - waren sie auf der Bühne sofort in ihrem Element. Ihre Körper - "und wir haben viel davon" - kamen ebenso zum Einsatz wie ihre Ironie, Selbstironie, ihre geistige Flexibilität und ihre Fähigkeit, querzudenken und scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen.

Ein großes Thema: die Religion. Der Papst wurde genauso wenig verschont wie Tebartz-van Elst. Doch andererseits, "Wer soll Schlösser bauen, die noch nach Jahrhunderten bewundert werden, wenn nicht die Kirche, seit König Ludwig tot ist." Dann natürlich der Fußball, die Steuersünder, Kollegen aus dem Showbusiness, Männer, Frauen - nichts wurde verschont.

Etwas schwierig zu verdauen war für manche Zuschauer die erste Hälfte des Programms. Die "Lizzy" frozzelte in gewohnter frecher Weise über alles und jeden - natürlich auch über sich selbst. Das Publikum dabei einzubeziehen, war für sie kein Problem - selbst der stellvertretende Landrat von Neustadt-Bad Windsheim, Norbert Kirsch (SPD), und Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) waren nicht tabu. "Der Landrat ist wenigstens in der richtigen Partei, warum du nicht?", tat sie ihre politische Einstellung unverblümt kund.

Fischer hingegen beschränkte sich da noch vorwiegend auf Anspielungen, auf literarische Texte und bekannte Kollegen. Brecht und Quadflieg waren nun mal nicht jedermanns Sache im Publikum.

"Manchmal ein bisschen sehr intellektuell", meinte Zuschauer Joachim Albert. Aber in einem stimmte er mit anderen wie Kerstin Penz und dem noch Jugendlichen Jonas überein: "Toll, diese Art von Humor. Wir sind begeistert!"

Es waren auch nicht nur Zuschauer aus der unmittelbaren Umgebung da - eine Fahrt von Grafenwöhr oder Amberg nach Uehlfeld wurde von einigen Gästen gerne in Kauf genommen.
Versöhnt wurden diejenigen, die von Ottfried Fischer mehr lockere Sprüche erwartet hatten, im zweiten Teil des Abends. Da zeigte er nicht nur, dass auch er in puncto Frivolität und lässigem Gehabe seiner Partnerin Aumeier durchaus Paroli bieten kann.

Seine musikalische Seite kam zum Vorschein. Ein singender Ottfried Fischer auf der Bühne, das hatten die Zuschauer wohl noch nicht gesehen. Und nicht etwa Trallalla oder Hänschen-Klein - von Operette bis Rock 'n' Roll reichte sein Repertoire. Ob im Duett mit der ausgebildeten Musikerin Aumeier oder solo, Stimme und Rhythmusgefühl zeigten, dass der Otti noch mehr kann als reden.

Instrumental, das zeigte er in einer kurzen Persiflage-Einlage mit Trompete, ist ihm die Lizzy natürlich weit voraus. Ihre Darbietungen am Kontrabass waren ein Hörgenuss und passten sich bestens in das lockere "Elefantenprogramm" ein. Am Klavier begleitet wurden die beiden von Svetlana Klimova, ehemalige Konzertmeisterin des staatlichen Symphonieorchesters der UdSSR und des staatlichen akademischen Kammermusiktheaters Moskau.

"Genau heute vor 25 Jahren, am 21. März 1990, trafen sich zehn Leute und gründeten den Kulturverein Bänkla", sagte Vereinsvorsitzender Walter Kirsch zum Anlass des Jubiläums, das mit dem Auftritt von Aumeier und Fischer besonders gefeiert wurde. Kirsch weiter: "Damals wussten wir noch gar nicht genau, wo das hinführt. Und heute können wir zwei solch bekannte Künstler gemeinsam begrüßen. Ich glaube, wir können stolz auf das Erreichte sein."