In der Offenen Ganztagsbetreuung der Ritter-von-Spix-Schule geht es klebrig zu. Begeistert werkeln die Schüler an riesigen Ostereiern. Diese werden aus Fäden hergestellt: Man nimmt einen Ballon, Kleister und verschiedenfarbige Fäden. Wenn das Werk getrocknet ist, zersticht man den Luftballon.
Angelika Haderlein hatte die Idee für den kreativen Osterbrunnen-Schmuck -, und sie wusste auch, wie man sie ohne große Sauerei umsetzen kann: "Ich habe einen Becher mit Deckel genommen und ein Loch hinein gemacht. Dann kommt der Kleister in den Becher und ein Stück des Fadens. Die Kinder können den Faden dann einfach aus dem Loch ziehen und um den Ballon wickeln", erklärt sie.
Nicht jedes Kind war von dieser klebrigen Angelegenheit begeistert, denn manche mögen den Kleister an ihren Händen nicht. "Wer möchte, kann auch Handschuhe tragen - der Kleber soll kein Hindernis sein", erklärt die Leiterin.
Vor drei Jahren hat die Höchstadter Schule schon einmal einen Osterbrunnen geschmückt. Dieses Jahr entdeckten Lehrer die Plastikeierketten im Keller der Schule und dachten sich: "Wir möchten dieses Jahr wieder einen Osterbrunnen schmücken." Lehrerin Susanna Wunner hatte zudem in der Ganztagesbetreuung gesehen, dass die Schüler kleine Ostereier bastelten. "Da an dem Brunnen nicht nur die Eierketten hängen sollten, beschlossen Angelika Haderlein und ich, die kleinen Eier in Großformat als Kreativprojekt von den Kindern gestalten zu lassen", so Wunner.
Die Betreuerinnen der Ganztagsklasse waren offen für diese Idee. "Wir hatten Angst, dass die Kinder nicht gleich mitmachen wollen. Es hat sich aber herausgestellt, dass es ihnen viel Spaß macht", berichtet Elfriede Steinmüller, eine der Betreuerinnen.
Das Kreativprojekt dauerte zwei Wochen, und die Kinder haben sich sehr darauf gefreut, ihre fertigen Ostereier auch selbst aufhängen zu dürfen. "Die Schüler haben die Eier sehr schön gestaltet - es dauert aber, bis so etwas fertig ist", sagt Haderlein. Denn zuerst sind die Hausaufgaben dran - dann kommt das Vergnügen. Die Kinder sind zwar nicht alle jeden Tag da, aber dafür halfen sie sich gegenseitig. "Entweder übernahm ein anderer Schüler ein angefangenes Ei, oder wir Betreuer haben die Eier fertig gemacht." Haderlein war am Ende auf jeden Fall sehr zufrieden mit der Arbeit der Kinder - zumal sie dabei noch etwas gelernt haben: Denn nicht nur die Kreativität werde durch dieses Projekt gefördert, sondern auch das Sozialverhalten und in Ruhe an einem Tisch zu arbeiten.
Von dem Projekt begeistert waren am Ende nicht nur Lehrer und Betreuer, sondern vor allem auch die Kinder. "Es macht mir sehr viel Spaß und es ist besser, als die anderen Projektwochen. Man kann alles selbst gestalten und die Farben aussuchen", sagt Gina Schulz mit einem Lächeln im Gesicht. Sie findet es toll, dass ihr Ei jetzt am Brunnen hängt. "Meine Mutter will die Osterbrunnen jedes Jahr anschauen, und dann kann ich stolz sagen, dass das ein Ei von mir ist."
Auch Tammy Jacobs hat ein Osterei hergestellt und ist stolz darauf. "Es ist ein sehr lustiges Projekt und ich finde es schön, dass wir es machen. Es wäre toll, wenn wir das nächstes Jahr wiederholen würden." Die Mädchen durften den Marktbrunnen nun auch komplett schmücken - ganz wie es ihnen gefiel. Jedesmal, wenn sie vorbeikommen, können sie jetzt ihre selbstgebastelten Rieseneier bewundern.