Der Brand der Mühlscheune im Jahr 1875 und "der professionelle Einsatz der Pommersfeldener Wehr" führten laut der Chronik dazu, dass auch in Mühlhausen eine Feuerwehr gegründet wurde.

Das war im Februar 1876, also vor 140 Jahren - wie eine Urkunde des Landesfeuerwehrverbands dokumentiert. Für die heutige Führungsriege ist das ein Anlass, den Geburtstag groß zu feiern. Denn letztmals wurde vor 15 Jahren das 125-jährige Bestehen begangen und das auch eher in einem kleinen Rahmen auf dem Marktplatz.
Von Mittwoch, 25., bis Sonntag, 29. Mai, wird das Jubiläum unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Klaus Faatz auf dem Festplatz beim Sportgelände groß gefeiert. Obwohl sich die Verantwortlichen die Entscheidung für das Fest nicht leicht gemacht haben.


Viele gesetzliche Hürden

Der Grund sind die vielen Hürden, die Vereine überwinden müssen, damit sie überhaupt feiern dürfen. Der Feuerwehrvorsitzende Friedel Pickel geht deshalb mit Gesetzgebung und Gesetzgebern hart ins Gericht: "Bis man überhaupt ein Seidla Bier ausschenken darf, muss man Tausende von Euro an Gebühren zahlen und viele Auflagen erfüllen." Deswegen fürchtet er den Verlust der Vereinsfestkultur. Dabei sei das Feiern für den Feuerwehrverein ja kein Selbstzweck, erklärt der Vorsitzende. Das Geld fließe in die Jugendarbeit und die Ausrüstung der Wehr. Mehr als 10 000 Euro sind laut Pickel in den vergangenen Jahren in die aktive Wehr investiert worden. Darunter auch eine Eigenleistung des Feuerwehrvereins mit dem kürzlich angeschafften Mannschaftstransportwagen.

Paul Hartenfels, zuständig für die Finanzen, stimmt dem zu. Er sei glücklich über jeden gespendeten Euro. Derzeit zählt der Verein 119 Mitglieder. Der Wehr stehen 56 Aktive und sechs Jugendliche zur Verfügung. Alle legen sich für das große Fest mächtig ins Zeug. Mit einem großen Unterhaltungsprogramm wollen die Organisatoren vor allem ihren jungen Besuchern die Zeit vertreiben. Geboten sind unter anderem eine Bobbycar-Bahn mit Startrampe, ein Kinderfeuerlöschzug, eine Hüpfburg und ein Brandsimulator. Neben einem Musikprogramm an allen Tagen wird am Donnerstag (Fronleichnam) ab 19.30 Uhr der Festkommers stattfinden. In diesem Rahmen wird Landrat Alexander Tritthart den aktiven Feuerwehrmännern für ihre 25-jährige bzw. 40-jährige Dienstzeit das Feuerwehrehrenzeichen in Silber und Gold überreichen. Darüber hinaus wird eine große Zahl an weiteren Mitgliedern für Vereinstreue geehrt.


65 Gruppen mit 1000 Teilnehmern

Höhepunkt des Festes ist der Sonntag. Bereits am Morgen um 8 Uhr werden die Böller der Schützengesellschaft zum Weckruf gezündet. Um 9.30 Uhr findet im Zelt ein ökumenischer Gottesdienst statt. Danach besteht die Möglichkeit zu einem Mittagessen. Um 13 Uhr formiert sich der Festzug, der sich mit den Böllern der Schützen um 13.30 Uhr in Bewegung setzt. 65 Gruppen und Vereine mit rund 1000 gemeldeten Teilnehmern werden dem Marktflecken ein buntes Aussehen verleihen. Der Zug beginnt bei "Farben Klaus" und geht bis zur Apotheke. Dort wendet der Festzug und führt durch die Hauptstraße zurück zum Festgelände auf dem Parkplatz am Sportgelände. Nach dem Festzug spielt im Zelt die Elsendorfer Blasmusik.