Das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt hat in den vergangenen Jahren schon manche finanzielle Durststrecke überstanden. Im kommenden Jahr steht die nächste an: Der Wirtschaftsplan 2017 lässt ein Defizit von 1,38 Millionen Euro erwarten. Für die Vertreter aller Fraktionen in der Sitzung des Krankenhausausschusses am Donnerstag war dies dennoch kein Grund, den Fortbestand des Hauses in Frage zu stellen.

Der Landkreis steht zu seinem Krankenhaus. Er übernimmt nicht nur das Defizit, sondern beteiligt sich auch mit 3,1 Millionen Euro an der jetzt angelaufenen "hygienischen Optimierung und Strukturverbesserung", die insgesamt auf 17 Millionen Euro veranschlagt ist. Wie Landrat Alexander Tritthart (CSU) zum Wirtschaftsplan betonte, bringe die Baumaßnahme "Modernisierung in fast allen Bereichen, insbesondere in der Medizintechnik".

Der kaufmännische Leiter Albert Prickarz erwartet für 2017 einen Umsatz des Krankenhauses von 13,4 Millionen Euro. Schon 2016 habe das Krankenhaus seine Leistungen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Der Umsatzsprung von 1,5 Millionen Euro sei für ein kleines Krankenhaus sehr bemerkenswert, sagte der Landrat.


Abschläge auf Mehrleistungen

Gesetzesänderungen auf Bundesebene hätten jedoch dazu geführt, dass Mehrleistungen, die ein Krankenhaus gegenüber dem Vorjahr macht, drei Jahre mit 25 Prozent Abschlag und ab 2017 sogar mit 45 Prozent belegt sind. Tritthart sieht darin eine Bestrafung aufstrebender Krankenhäuser.

Ohne diese gesetzlichen Abschläge wäre der Plan um rund 900 000 Euro besser ausgefallen. Das Defizit für 2017 läge dann bei etwa 500 000 Euro und damit "weit besser als in den Vorjahren", schreibt Prickarz im Wirtschaftsplan.

Ziel des Landrats ist es, langfristig eine breite Grundversorgung zu sichern. Dazu passe mit Martin Grauer auch der neue Chefarzt der Inneren Medizin. Tritthart: "Die ausgewogene Mischung aus Kooperation mit Spezialisten und großen Krankenhäusern einerseits und einem breiten, aber angemessenen eigenen Angebot geht auf."


Im Umbruch

Freie-Wähler-Sprecher und Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm sieht das Krankenhaus in einer "Umbruchsituation". Er lobte den Freistaat Bayern für die hohen Zuschüsse und hält die Angebotserweiterung für sinnvoll. Bedauerlich findet Brehm die Bundesgesetzgebung. "Aber durch die Übergangszeit müssen wir durch - und danach fit sein."

Wenn der Umbau durchgeführt ist und personelle Probleme gelöst sind, sieht Hans Lang (CSU) eine Zukunft für das kleine, aufstrebende Krankenhaus. Auch Lang kritisierte die Mehrerlös-Abschläge und signalisierte die Zustimmung der CSU zum Wirtschaftsplan.

Konrad Gubo (SPD) erinnerte an den vor Jahren getroffenen Grundsatzbeschluss, das Haus aufzurüsten. Er erwarte jetzt allerdings auch, dass das Krankenhaus von den Bürgern angenommen wird. Und auch die Mitarbeiter müssten wissen, dass sie hier ein besonderes Haus haben.

Irmgard Conrad (Grüne) sieht zwar noch Risiken, plädierte aber ebenfalls dafür, das Haus für Höchstadt zu erhalten.