Seit diesem Schuljahr steht den rund 50 Schülern der Fachrichtung Ernährung und Versorgung (EUV) an der Berufsfachschule in Höchstadt eine niegelnagelneue Lehrküche zur Verfügung.

Baubeginn war im Januar 2015. Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich nach Angaben des Landratsamtes auf rund 1,4 Millionen Euro. 897 000 Euro investierte der Landkreis in die modernen Fachräume. 531 000 Euro gab es an Zuschuss des Freistaats. "Es ist eine große Maßnahme", sagte Landrat Alexander Tritthart (CSU) beim Besuch vor Ort.

Dass sich Investitionen in die Bildung immer auszahlen, davon konnte sich der Schulausschuss des Landkreises am Mittwoch ein ganz praktisches Bild machen.

Denn der Ausschuss, der sich zum Ziel gesetzt hat, sich mehr über laufende oder abgeschlossene Baumaßnahmen direkt vor Ort zu informieren, hatte seine Sitzung diesmal in die Berufsschule verlegt.

Nach der eher trockenen Kost der Vorberatungen zum Schulhaushalt zeigten die Schüler, was in den beiden neuen Küchenräumen steckt und servierten Kürbissuppe, Rouladen, Nussbraten und Dessert.

"Die Fachrichtung hat ja manchmal ein Imageproblem", sagt Schulleiter Martin Wirsching. Jedoch völlig zu unrecht. Viel habe sich getan. Auch an den Räumen sehe man jetzt, dass die moderne Zeit längst eingezogen ist. "Wir freuen uns, dass unsere Schule so aufgewertet wird", sagt Wirsing.

Während der Bauarbeiten zur neuen Lehrküche seien die Schüler auf die alten Räume in der Kerschensteiner Straße ausgewichen, sagt seine Stellvertreterin Gudrun Gumbrecht.

Auch sie begrüßt die Investition. Denn die vorherigen Fachräume seien nicht mehr zeitgemäß gewesen. Mit der klassisch-althergebrachten Hauswirtschaftslehre zwischen Stricknadel und Bügeleisen habe die Ausbildung EUV sowieso nur noch wenig zu tun. Während früher auf die Arbeit in einer häuslichen Küche hin ausgebildet wurde, sei die Zielrichtung heute eine andere. Der Abschluss führt zum staatlich geprüften Helfer (zwei Jahre) beziehungsweise Assistenten (drei Jahre) für Ernährung und Versorgung. Hauptarbeitsplätze sind Großküchen und Kantinen, etwa in Betrieben, Seniorenheimen oder anderen sozialen Einrichtungen.

Bei den Ausbildungsrichtungen gebe es Unterschiede, erklärt Gumbrecht. Die Ernährung und Versorgung ist eine rein schulische Fachausbildung im Unterschied zum Koch, Hotelfachmann oder zur Fachkraft im Gastgewerbe. Hier sind die Schüler auch Azubis in einem Ausbildungsbetrieb.

An der Höchstadter Schule wurde auch der Textilpflegeraum neu gemacht. Es wurden neue Armaturen installiert und Industriewaschmaschinen sowie eine Reihe von modernen Bügelstationen angeschafft, wie sie etwa in Hotels heute üblich sind.