Einstimmig fiel dann der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan. Wenn der Stadtrat am 21. Mai sich der Empfehlung aus dem Ausschuss anschließt, ist die Wiederbelebung der brach liegenden Gewerbefläche unter Dach und Fach. Das bedeutet, dass im Sommer die Bagger rollen.

Auf dem Gelände an der Erlanger Straße, das früher unter anderem den Obi-Baumarkt beherbergte, soll ein Märktezentrum entstehen. Schon jetzt sind dort Norma und Edeka vertreten. Beide Märkte sollen auf dem Areal bleiben und ihre Verkaufsfläche vergrößern dürfen. Dazu kommen ein Drogeriemarkt des Anbieters Rossmann sowie kleinere Einheiten, wie ein Biofachmarkt, ein Markt für Tiernahrung und eine Apotheke sowie ein Fitness-Center und ein gastronomischer Bereich.

Kernstück des Areals wird ein großes Hotel mit 108 Betten. Dafür ist nun auch ein Betreiber gefunden: Es wird ein Novina-Hotel der Familie Maiser. Das gab Projektentwickler Herman Schimek nach der Sitzung im Gespräch mit dem FT bekannt.

Positives Signal

Schimek zeigte sich nach dem einstimmigen Votum erleichtert und deutete die Zustimmung als ein klares Signal für den Stadtrat. Damit könne man bald ins Detail gehen und nach der Sommerpause wohl mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 vorgesehen. Die Gebäude auf dem Gelände sollen teils abgerissen, teils saniert werden. Dazu kommen Neubauten.

Erleichtert zeigte sich Schimek auch, dass man mit dem Novina-Betreiber "den Player in der Region" habe gewinnen können. Die Familie Maiser habe in Nürnberg nicht nur das größte Hotel in der Region, sondern sei auch bereits in Herzogenaurach ansässig. Weil man mehrere Häuser besitzt, könne man Kontingente innerhalb einer bestehenden Struktur verteilen - für Schimek ein Erfolgsrezept auf dem Klingenwiesen-Areal. Dort sollen Zimmer im etwas günstigeren Segment angeboten werden können, wovon auch die großen Herzogenauracher Firmen profitieren sollen.

In den Eingaben aus der Öffentlichkeit waren verschiedene Forderungen erhoben worden. Viele betrafen Lärm und Verkehr. Abgelehnt wurde von der Verwaltung der Wunsch nach einem Kreisverkehr auf der Kreuzung der Erlanger Straße mit der Rathgeberstraße. Das sei aus Sicherheitsgründen nicht machbar, erläuterte Bürgermeister German Hacker (SPD). Maximilian Maydt (Grüne) und Bernhard Schwab (CSU) sahen das zwar anders, stimmten dem Verwaltungsvorschlag aber dennoch zu. Ebenso wurde eine dritte Bushaltestelle abgelehnt.

Probleme könnte es geben, wenn die bislang geduldeten Fahrzeuge von Berufsschülern vom Parkplatz am Edeka-Markt verbannt werden. Wohin mit den Autos, wollte Maydt wissen. Das sei Sache des Landratsamts, hieß es als Entgegnung der Verwaltung.

In punkto Lärmentwicklung müsse man die konkreten Pläne abwarten, erläuterte Anja Wettstein zu weiteren Eingaben. Diese Belastung werde durch so genannte Kontingente geregelt, die auf die drei Bereiche des Bebauungsplans verteilt sind. Diese müssten zwingend eingehalten werden, sagte Wettstein. Darüber befinden könne man aber erst, wenn konkrete Baupläne für die einzelnen Vorhaben eingereicht sind, also "auf Genehmigungsebene".

In einem vorliegenden Einwand waren "unvollständige Sachverhalte" gerügt worden und es hatte geheißen: "Wir sind...entschlossen, unsere Rechte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen."

In der Stellungnahme der Verwaltung wurde versichert, dass die Einhaltung der Lärmkontingente detailliert überprüft würden und es gegebenenfalls zu Nutzungseinschränkungen kommen könnte.