Wer glaubte, dass er bei dieser Paarung ein Superspiel der deutschen Nationalmannschaft sieht, sah sich sehr schnell eines Besseren belehrt. Der Besuch im Kreisl oder im Ratskeller war zwar gut, aber so richtig Stimmung wollte nicht aufkommen. Schuld daran war vor allen Dingen die nach Meinung vieler Fans bis jetzt absolut schlechteste Leistung unserer Elitekicker. Sprüche wie "Da macht es ja der Club noch besser" oder "Özil raus" waren bei dem Gekicke keine Seltenheit. Nach 90 Minuten stellten sich fast alle Gäste auf Elfmeterschießen und eine lange Nacht ein. Nach dem frühen Führungstor kurz nach Anpfiff der Verlängerung kam zum ersten Mal an diesen Abend so etwas wie Stimmung auf. Der Jubel über das Führungstor war jedoch sehr verhalten. So richtig glaubte keiner der Gäste an einen Sieg, auch dann nicht, als das zweite Tor für Deutschland gefallen war. Dass die Unsicherheit ihren Grund hatte, war spätestens nach dem Anschlusstreffer der Algerier klar. Es hätte nicht viel gefehlt, und der Ausgleich wäre in Nachspielzeit der Verlängerung gefallen. Nur mit viel Glück blieb es am Ende bei einem glücklichen Sieg für die deutsche Mannschaft. Diskussionen kamen nach dem Schlusspfiff ebenfalls nicht zu Stande. So blieb es gestern nicht nur in den Kneipen, sondern auch auf den Straßen ruhig, denn es gab keinen Anlass ausgiebig zu Feiern, auch wenn am Ende ein Sieg zu Buche stand. Zu fortgeschrittener Zeit wollte nach diesem Spiel jeder nur noch nach Hause. Zuvor gab es, wie bei jedem Spiel der Deutschen, im Ratskeller von der Chefin Bea Wirth eine Runde auf Kosten des Hauses.