Die Heiligen Drei Könige - oder die Weisen aus dem Morgenland - wurden durch den Stern nach Bethlehem zur Krippe geführt. Ihr Hochfest ist der 6. Januar, der "Dreikönigstag”. Seit etwa 50 Jahren gibt es den Brauch, dass an diesem Tag drei Heilige Könige von Haus zu Haus gehen. Bei uns sind es meist Ministranten und Kinder, aber auch Erwachsene, die ausgehen, die Frohe Botschaft zu verkünden und Spenden für einen guten Zweck zu sammeln.

Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Elmar Schauer, der Kreide, Kohle und Kronen segnet, treffen sich alle 35 Könige und Sternenträger im Alter von acht bis 15 Jahren im Pfarrhaus.


Dort verteilt Stefan Hobner die Ausweise, Weihrauch, Kreide und Kohle. "Sollte der Weihrauch ausgehen, zündelt ja nicht selber herum! Das ist verdammt heiß!", belehrt sie Stefan noch eindringlich, bevor sich die zehn Aischer Grüppchen auf den Weg machen. Das Wetter ist im Moment noch regnerisch, "aber gestern war's viel schlimmer!", meint die zehnjährige Sternenträgerin Bea (10J).

An der ersten Tür läutet Kaspar (Milena 11J.) noch etwas nervös und unsicher und als diese sich öffnet, stellen sich die Könige mutig vor:

"Grüß Gott! Hallo, ihr lieben Leute! Die Sternsinger sind bei euch heute. Als Könige sind wir bekannt und werden Kaspar, Melchior und Balthasar genannt!"
Nun schreibt Melchior (Annika 10J.) mit Kreide die traditionelle Segensbitte 20* C+M+B+12 oben an die Haustüre. "Das sind nicht die Anfangsbuchstaben unserer Königsnamen! Das heißt vielmehr: Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus.", erklärt Balthasar (Emelie 10J.) ganz eifrig.

Naschzeug wandert in die blaue Tasche und die Spende kommt in die goldene Spendenbüchse.

Bei der nächsten Türe hören wir den Spruch: "Wir folgten, wie ihr seht, dem Stern und bringen euch von Gott dem Herrn den Segen aus der Heil'gen Nacht, der glücklich und lebendig macht." Die Hausfrau steht neugierig an der Türe und hat schon ein Päckchen mit Süßigkeiten bereit gelegt. Natürlich steckt sie einen Schein in die Büchse.

Diesmal braucht Melchior einen Stuhl, um oben den Türrahmen zu erreichen.

Der ist vom Hausherrn schon vorsorglich bereit gestellt worden. Hier macht der König aus der 11 eine 12, weil alles andere noch gut lesbar ist. "Wir sammeln für Kinderprojekte in Nicaragua.", erzählt die Sternenträgerin den neugierigen Spendern. Diese wollen aber auch für die fleißigen Könige selbst etwas geben. "Nein!", erklärt Kaspar. "Wir spenden alles für die armen Kinder! Uns geht es doch gut und wir haben genug Taschengeld.", fügt er ganz stolz an und stopft den Schein in die schon recht volle Büchse.

Weiter geht es die Straße entlang. Am nächsten Haus öffnet niemand. "Vielleicht sind die Leute noch im Urlaub", meint Balthasar und wirft eine Mitteilung in den Briefkasten.

Die nächste Türe wird geöffnet und wir hören: "Seid gegrüßt in Stadt und Land! Wir Sternsinger sind euch wohl bekannt! Frieden tragen wir in die Welt hinaus, der Stern bringt Licht in euer Haus!" Auch diese Familie hat ein großes Herz. Nach dem Segensspruch: "Nun wünschen Kaspar, Melchior und Balthasar euch allen ein frohes, gesegnetes Jahr!" werden wieder die Zeichen an die Haustüre gemalt.

Der Beutel füllt sich langsam und die Sammelbox klappert!

An etlichen Türen läuten die Heiligen, manchmal wird geöffnet, manchmal warten sie umsonst. Obwohl die Süßigkeitentasche schon schwer ist, heißt es nicht schlapp machen! Noch ganz viele Häuser warten auf den königlichen Besuch. Die kleine Gruppe zieht die Straße entlang und immer selbstbewusster werden die kleinen Sternsinger. Der Spruch geht lockerer über die Lippen und die Angst, von unangenehmen Leuten verscheucht zu werden, hat sich gelegt. "Stern der Hoffnung wird er genannt. Wir sind die Drei aus dem Morgenland. Heute zieh'n wir von Haus zu Haus und rufen unsere Bitten aus.", verkündet Kaspar immer wieder laut und deutlich.

Und Melchior fährt fort: "Viele tausend Kinder bleiben heute ohne Brot, habt ein offenes Herz, helft ihnen in der Not. Wir bitten euch nun herzlich sehr: Gebt Gaben für diese Kinder her!" Um die Mittagszeit wird Rast im Pfarrhaus gemacht und dort erwartet sie was Warmes zu essen: Pizzabrötchen, aber auch Kuchen, Tee und Kaffee haben eifrige Helfer für alle fleißigen Könige vorbereitet. Nun können sie auch ihre Geldbüchsen und die schweren Beutel mit Süßigkeiten ausleeren.

"Bei uns in Aisch sind wirklich alle Leute nett und freundlich.", erzählt einer der Könige zufrieden den anderen und die nicken dazu.

Frisch gestärkt geht es weiter und zum Glück scheint jetzt sogar die Sonne! Auf ihrem weiteren Marsch tauschen die Sternsinger Erinnerungen von früher aus, denn sie sind zum Teil schon das dritte Jahr unterwegs. "Uns macht es Spaß! Wir sind bestimmt im kommenden Jahr auch dabei!", erklären sie begeistert und an der nächsten Türe hört man wieder Balthasars Spruch: " Gott vergelte es euch allen, ihm wird eure Tat gefallen, dafür mög' er euch belohnen, sein Friede wird immer bei euch wohnen!"

Gegen 15 Uhr haben sie ihre Tour beendet und neugierig wird im Pfarrhaus Geld gezählt: 659,15€ haben diese fleißigen Könige gesammelt! "Na ja, ihr wart ja auch in Aischs Gasthäusern!", meinte einer der anderen Sternsinger - aber ganz ohne Neid.