So langsam zeichnen sich im Himmel über Lonnerstadt die Dimensionen ab, die die fünf Anlagen des neuen Windparks noch in diesem Jahr erreichen werden. Auf den Baustellen im und am Waldgebiet Birkach beginnt schon bald die für Zuschauer spektakulärste Phase: die Fertigstellung der Türme und schließlich die Montage von Maschinenhaus und Rotorblättern.

Die Anlieferung dieser Teile hat bereits begonnen. Für die fünf Windräder ist eine ganze Reihe von Schwertransporten nötig. Um von der Rastanlage Steigerwald und der A3 direkt an die Baustellen zu kommen, wurden einige Kilometer Waldwege verbreitert und mit neuem Schotterbelag versehen.

Ihre Bewährungsprobe haben diese Wege inzwischen bestanden, bestätigt Hanno Jauken, der für den Windenergieanlagen-Hersteller Nordex die Bauleitung am Lonnerstadter Windpark hat. Nur Kleinigkeiten habe man an der Route nacharbeiten müssen. In den nächsten Wochen werden noch einige Spezialtransporte durch die Birkach rollen - und die sind nicht ohne.

Das sind einmal die Tieflader mit den Stahlsegmenten, von denen das jeweils längere allein schon 65 Tonnen wiegt. Mit zwölf Tonnen deutlich leichter sind die einzelnen Rotorblätter. Dafür sind sie rund 58 Meter lang. Der gesamte Zug, der mit den Rotorblättern durch den Wald dirigiert werden muss, hat eine Länge von über 70 Metern.


Nachts rollen Schwertransporte

Wer diese spektakulären Transporte live erleben will, kann sich Nächte um die Ohren schlagen. Zwischen 11 und 3 Uhr dürfen die Schwertransporte mit ihren Begleitfahrzeugen per Sondergenehmigung das Gelände der Rastanlage Steigerwald verlassen. Was wann angeliefert wird, ist auch genau festgelegt. So werden in den nächsten Wochen jeweils dienstags Maschinenhäuser, Naben und Triebstränge gebracht. Mittwochs kommen immer zwei Turmteile und donnerstags die Rotorblätter.

Normalerweise werde "just in time" geliefert, sagt Nordex-Bauleiter Jauken. Aus Platzgründen habe man jetzt am Windrad oberhalb des Höchstadter Baugebiets Häckersteig einen Satz zwischengelagert.

Wenn die Türme ihre volle Höhe von 141 Meter erreicht haben und das Maschinenhaus befestigt ist, werden als letzter Schritt die Rotorblätter montiert. Das könnte für schaulustige Bürger interessant werden, mutmaßt Hanno Jauken. Wo genügend Platz ist, wird am Boden der ganze Rotorstern zusammengeschraubt und dann in den Himmel gehoben. Der hat dann mit rund 117 Metern Durchmesser die Größe eines Fußballfeldes. Wer sich von der Fertigstellung der Windräder ein Bild machen möchte, ist in sicherer Entfernung willkommen. "Interessierte werden nicht vom Hof gejagt", sagt Jauken.

Dass Windräder hier in Franken noch nicht alltäglich sind, schließt der Ostfriese Jauken aus den vielen Interessierten, die täglich an die Baustellen kommen. Zu nah sollte man sich aber nicht heranwagen. Eine Sicherheitsfirma ist rund um die Uhr präsent, unterstützt von einem elektronischen System.

Laut Gesamtprojektleiter Arno Weber von der Firma Wust, Wind und Sonne sollen die 21 Millionen teuren Windräder heuer noch Strom liefern.