Als Theresia Gulden wurde sie in einem bäuerlichen Anwesen in Höchstadt geboren. Von den fünf Schwestern leben noch zwei. Ein Bruder ist schon verstorben.

In ihrer Heimatstadt drückte Theresia die Schulbank und nach dem Volksschulabschluss besuchte sie von 1940 bis 1942 die landwirtschaftliche Berufsschule. Anschließend verdingte sich die Jubilarin in einem Haushalt. Später wechselte sie zu einer Bubenreuther Firma und von 1961 bis zur Rente im Jahr 1995 arbeitete sie in der Kantine der Firma Schaeffler in Höchstadt.

Im Oktober 1950 geheiratet

Ihr Mann Anton kam nach dem Krieg aus dem Sudetenland nach Höchstadt. Zunächst hatte er beim Bauern Lang in der Großen Bauerngasse Arbeit gefunden und dort lernten sich die beiden auch kennen. Am 14. Oktober 1950 läuteten in Höchstadt die Hochzeitsglocken. Der Ehemann wechselte auch zur Firma Schaeffler und bald bauten sich die beiden in Höchstadt-Süd ein Haus.

Die Ehe blieb kinderlos. 1996 starb ihr Mann und von da an lebte Frau Theresia alleine und versorgte sich selber. Ihre Großnichte Michaela Wagner schaute aber schon immer nach ihrer Tante. "Als ich klein war, hat sich Tante Theresia immer um mich gekümmert. Nach der Schule kam ich stets zu ihr und sie versorgte mich. Das will ich jetzt gerne zurück geben", erklärt sie.

Die Jubilarin ist, so lange es ging, immer mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, las gerne und hat immer, wenn halt die Zeit war, Schwarzbeeren im Wald gesammelt. Auch zu Hause gab es viel zu tun, denn sie versorgte den großen Obst- und Gemüsegarten. Seit Mai 2011 lebt sie nun im Senioren-Centrum. "Hier ist es ganz schön. Da hat man seine Ordnung", erklärt sie zufrieden.

Erinnerungen an Motorradfahrten

Gerne erinnert sie sich an die vielen Motorradfahrten am Sonntag mit ihrem Anton. "Ich hätt' nie gedacht, dass ich so alt werde", flüstert sie. "Ich hab vor lauter Arbeit gar nicht auf mein Alter geachtet und vielleicht bin ich deshalb so alt geworden", lächelt sie. Ihre Schwester Katharina Gulden lebt ebenfalls im Heim und feiert nächstes Jahr den 90.Geburtstag.

"Jeden Dienstag besucht sie hier auch im Heim die Heilige Messe", ergänzt Dekan Kilian Kemmer, der sich zusammen mit Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und der Heimleiterin Johanna Auerbeck am Vormittag zum Gratulieren einfand. Frau Auerbeck hatte auch einen Glückwunschbrief vom Landrat dabei. Zum Gratulieren kamen am Nachmittag die Verwandten und alle saßen in einer geselligen Kaffeerunde zusammen.