Die Schüler der Höchstadter Ritter-von-Spix-Mittelschule sangen "Sie ist anders und er ist anders und du bist anders als ich ...", als sie vom Vorsitzenden des Bezirksjugendrings Mittelfranken, Betram Höfer, ein Schild mit der Aufschrift "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" und eine entsprechende Urkunde überreicht bekamen. Landrat Eberhard Irlinger (SPD) fügte noch einen Scheck des Landkreises hinzu und übergab diesen an Rektor Michael Ulbrich.
Nachdem Karl-Dieter Reinartz vom Spix-Verein eine Tafel über die Arbeit des Namensgebers der Schule enthüllt hatte, erläuterten Schüler mit Migrationshintergrund an aufgestellten Tafeln die Kerngedanken ihres Wirkens gegen Rassismus und Extremismus sowie gegen Ausgrenzung. Sie wollen "mehr Courage im Auftreten gegen jegliche Gewalt", "Respekt und Toleranz", "sich nicht provozieren lassen" und "Verantwortung übernehmen". Das Credo der Schüler-Haltungen wird im Slogan zusammengefasst "Unsere Schule ist bunt". Das bezieht sich vor allem auf die verschiedenen Hautfarben der Schüler der Mittelschule. An dieser Tafel werden neue Schüler vorgestellt, die aus anderen Ländern kommen, mit dem Ziel, sie sofort in den ganz normalen Schulablauf zu integrieren.
Die Lehrer der Mittelschule wollen die Kinder darauf vorbereiten, mit den veränderten Bedingungen unserer Gesellschaft umzugehen und in Frieden und Freundschaft zu leben. Es geht um den "kleinen Frieden", den Frieden in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu schweigen, heißt zuzulassen, dass gehasst, bedroht, gequält, zerstört, misshandelt, unterdrückt, erpresst oder getötet wird. An der Spix-Schule schweigt man nicht und schaut auch nicht weg. Dort wird sich "eingemischt" und dies mit dem Ergebnis, dass die Sachbeschädigungen zurückgedrängt wurden und dass die Schüler sich fast nie gegenseitig unter Druck setzen oder gar verprügeln, berichtete Ulbrich.
Die Aktion "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" ist, wie Bertram Höfer darstellte, eine Aktion an den Schulen im gesamten Bundesgebiet. "An diesem Netzwerk beteiligen sich in Deutschland mittlerweile über 1000 Schulen, in Bayern sind es 300 Schulen und in Mittelfranken schon über 50", führte Höfer weiter aus. "Dieses Netzwerk wächst ständig weiter."
Diesen Namen zu tragen, dürfe aber für die Schule nicht heißen, dass sich damit der Fall erledigt habe. "Ihr sollt euch auch künftig, Tag für Tag, gegen Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung einbringen. Ihr habt euch versprochen, immer neu zu zeigen, dass ihr eine Schule ohne Rassismus seid, eine Schule mit viel Zivilcourage."