Der Karfreitag und die anschließende Osterzeit stehen kurz bevor. Eine Gelegenheit, um sich auf diese Zeit einzustellen, bietet das Passionskonzert unter der Leitung von Rüdiger Kaufmann. In einer Vorbesprechung hat der Musiker einen Einblick in sein Werk gegeben.

Vor zwei Jahren wurde die erste Legende der Passion Christi von Rüdiger Kaufmann uraufgeführt. Eine Fortsetzung sei damals noch nicht geplant gewesen, sagt der Komponist. Im ersten Teil stand Simon von Cyrene im Mittelpunkt. Joseph von Arimathia sei, im Gegensatz zu Simon von Cyrene, bei allen Evangelisten vertreten. "Und das nicht nur mit einem Satz", betont Kaufmann. Joseph von Arimathia habe Jesus beerdigt. Nur im Johannesevangelium habe er dazu Hilfe bekommen. Genau hier knüpft die Geschichte von Rüdiger Kaufmann an.

Weil Joseph von Arimathia den Leichnam gar nicht allein vom Kreuz habe abnehmen können, habe er dafür Hilfe von Freunden bekommen. Zu Beginn von Kaufmanns Passionskonzert feiert Joseph seinen Geburtstag. Als die Nachricht eintrifft, dass Jesus gestorben ist, macht sich die Gesellschaft auf den Weg nach Golgatha, um Jesus vom Kreuz abzunehmen und zu beerdigen.

"Eine meiner Schülerinnen hat sich einmal beklagt, dass die Passionsgeschichte immer so traurig ist", berichtet Kaufmann. Ändern lasse sich das natürlich nicht, es gehe dabei schließlich um die Kreuzigung von Jesus. Dafür ist Kaufmann eine Idee gekommen: Am Ende des bald uraufgeführten zweiten Teils solle die Hoffnung auf Auferstehung aufblitzen. Im dritten Teil, der voraussichtlich nächstes Jahr folgt, gehe es dann um die Auferstehung mit Maria Magdalena im Mittelpunkt. Bereits 2014 habe Kaufmann das Gesamtwerk komponiert. "Es ist aber sehr schwierig einzuüben", sagt er. Ein halbes Jahr vor der Aufführung beginnen die Proben. Kaufmann komponiert seine Stücke auf dem Computer. Die Aufführung eines Stück dauert rund eine Stunde. Der Eintritt für das Passionskonzert ist frei, Spenden werden erbeten. Mit dem gesammelten Geld wird ein Selbsthilfeprojekt im Kongo unterstützt.