Es sollte ein königlicher Abend werden, und deswegen lautete das Motto in Anlehnung an den James-Bond-Film "Casino Royale" auch "Abschied Royal", als der mit 191 Schülern bisher zweitgrößte Jahrgang an der Realschule Höchstadt seine Abschlusszeugnisse bekam. Ehrungen und Verleihungen waren zur Unterhaltung durchsetzt von vorgetragenen Chorliedern sowie Liedern und Parodien aus der Agenten-Welt des James Bond.
Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) zeigte sich stolz auf eine Realschule, die eine Herzlichkeit, eine hohe Kompetenz und hohen Sachverstand ausstrahle. "Ich finde, wir sind die beste Realschule Bayerns", sagte er und erntete damit großen Beifall.
Schulleiter Reinhard Bum resümierte die Schulzeit der Abschlussklasse und zollte Respekt für das, was aus den Bübchen und Mädchen von damals geworden ist. Er erinnerte auch an die einsetzende Pubertät: "Und dann siebte, achte Klasse, für uns Lehrer nicht neu, für euch vielleicht schon und für die Eltern eine harte Zeit. Es ist ja die Zeit, in der die Hormone wie auf Knopfdruck durch den Körper sprudeln wie Kohlensäure in der Sprudelflasche. Das Resultat: entsetzte Eltern, weil nichts mehr hilft an reden, Drohungen und an Versprechungen und weil die bisher so heile Elternwelt so uninteressant geworden ist wie nur was. Und wenn es noch eine Höchstform des uninteressantesten Lebensbereiches in dieser Entwicklungsphase gibt, dann heißt er: Schule. Aber wir konnten nichts machen, wir mussten euch haben, wir mussten weghören und wegschauen können, und das macht ja auch einen guten Lehrer aus."
Und auch die Leistung seiner Lehrkräfte wusste Schulleiter Bum zu schätzen und von den herrschenden Arbeitsbedingungen abzugrenzen: "Wenn es jemand weiß, von welcher Qualität die Leistung dieser Lehrkräfte über Jahre hinweg ist, dann bin ich es. Eine ganz hervorragende Leistung: trotz eines aktiven Reformaktivismus, trotz eines krakenhaft wuchernden Verwaltungsirrsinns täglich, der neben der pädagogischen Arbeit erdrückt, trotz einer immer noch praxisfernen Ausbildung und trotz einer Klassenstärke von 30 Schülern und trotz, - Herr Landrat Irlinger -, ich muss es auch noch sagen, trotz weiterhin einer Überfüllung der Schule, deren Beseitigung ja nicht wirklich in Angriff genommen wurde." Bum wusste aber auch das Geheimnis einer guten Schule zu erläutern: "Was zählt, ist der einzelne Lehrer. Entscheidend für den Erfolg sind Respekt und selbstverständliche Autorität. Liebe zum Fach natürlich auch, aber auch Liebe, und ich habe das in dieser Schule immer eingefordert, Liebe zu jedem einzelnen Kind."
Den Worten des Schulleiters folgten stellvertretend Fateme Therani (10 e) und Lucas Arnold (10 b) mit einem Resümee ihrer Schulzeit aus Schülersicht. Sie dankten den Lehrern für die Mühe mit ihnen und auch für den manchmal so nötigen Tritt in den Hintern. Sie werden diese Schule verlassen, doch nicht hinter sich lassen, sagten sie.
Mit einer musikalischen Darbietung à la James Bond aufgelockert folgte die Zeugnisvergabe an die Klassen 10 a bis 10 g. Wie der Schulleiter erläuterte, sind nahezu alle Schüler versorgt. 102 haben eine Lehrstelle, 63 gehen auf die Fachoberschule und 21 an das Gymnasium. Nach einem James-Bond-Dinner und der Ehrung von herausragenden Schülerleistungen mit dem Tony-Award in der Sparte Theater AG begannen die Einlagen der Schüler, in denen Eigentümlichkeiten der Lehrer und Begebenheiten des Schülerlebens von den Vertretern der einzelnen Klassen aufs Korn genommen wurden. Dabei hatten Schüler und Lehrer viel zu lachen.