Obwohl es sich um keinen kirchlichen Gedenktag handelt, wird traditionell am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest auch in den katholischen Gotteshäusern gefeiert. In der Höchstadter Stadtpfarrkirche St. Georg nutzte Dekan Kilian Kemmer die Gelegenheit zu einem Hinweis auf die katastrophale Situation in der syrischen Stadt Aleppo. Diese Stadt sei eines von vielen Beispielen für die großen Krisenherde weltweit, in denen es keine Nahrung, keine ausreichende medizinische Versorgung und unzureichende Bildung gibt.
Zwar räumte Kemmer eine gewisse Hilflosigkeit angesichts der vielfachen Not in so vielen Ländern ein. Ein Heilmittel bleibt seiner Ansicht nach die Dankbarkeit für all das, was jeden Tag selbstverständlich genutzt werden kann: Wasser, Kleidung, Medikamente, Essen und Trinken.


Eine Christenpflicht

"Das Vergessen und die Routine stellen die größten Feinde der Dankbarkeit dar." Deshalb möchte das Erntedankfest erinnern, dass nichts auf dieser Welt, auch nicht "bei uns in Deutschland automatisch einfach vorhanden ist". Dankbarkeit gegenüber Gott und seinen Mitmenschen auszudrücken, gehöre zum Christsein existenziell dazu, so der Dekan.
Die drei Erntedankfeiern und die Dankandacht umrahmten mit passenden Chorälen Katharina Heilmann, Wolfgang Först, Harald Matthes und Bernhard Schöfer an der Orgel. Am Ende des Hauptgottesdienstes verteilte Kemmer vor dem Erntealtar wieder Äpfel an die Kinder. Diese stiftete der kleine Seniorenkreis St. Georg mit seiner Sprecherin Betty Amon. Den Erntealtar gestaltete passend zum Festtag Mesner Konrad Wichert. Dabei durfte neben den vielen Früchten, dem Gemüse und Kren auch ein großer Bierkrug nicht fehlen, der die Braukunst in Höchstadt und die Tradition des Höchstadter Kellerberges darstellen sollte. Die von der Decke des Mittelschiffes herabhängende Erntekrone, die von Mitgliedern des katholischen Frauenbundes gebunden wurde, besteht aus verschiedenen Getreidesorten.