Am Lappacher Weg in Höchstadt existiert seit Langem ein Heim für Asylbewerber. 93 Personen sind derzeit dort untergebracht. Der Gebäudeeigentümer Harald Gemmel möchte nun das Heim um rund 20 Plätze erweitern, Räume für Verwaltung und Beratung schaffen sowie den Altbau sanieren. Einen entsprechenden Bauantrag reichte er bei der Stadt ein. Er wurde im Bauausschuss beraten; die Entscheidung darüber wird der Stadtrat fällen.

CSU-Stadtrat Georg Schockel forderte einen ständig anwesenden Hausmeister wegen der Zahl der Personen und Räume.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hat noch Gespräche mit der Regierung und dem Landratsamt vor sich. "Wir wollen unsere Rahmenbedingungen erfüllt haben", gab er als Verhandlungsziel vor. Keineswegs dürfe der Standort Höchstadt überstrapaziert werden. Mit 120 Personen und einigen von privat angemieteten Wohnungen sieht Brehm das Kontingent für Höchstadt erfüllt. "Wir wollen eine klare Aussage dazu", mahnte er an.

Dabei geht er von einer Maximalzahl für den Landkreis von 1300 Personen aus. Derzeit sollen es nach Brehm rund 250 Asylbewerber sein, die im Landkreis untergebracht sind. Das Landratsamt nennt für den 30. Juni 256 Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentral untergebracht sind. Hierzu zählen auch, so Landkreis-Pressesprecherin Hannah Reuter, einige Personen, die als Flüchtlinge anerkannt sind, aber noch in diesen Einrichtungen leben.

Die Zahl von Aufzunehmenden, so weiter Reuter, ist in Prozent festgelegt. Auf den Bezirk Mittelfranken treffen 13,5 Prozent aller Asylbewerber in Bayern. Von der mittelfränkischen Quote muss seinerseits der Landkreis Erlangen-Höchstadt 7,6 Prozent aufnehmen. Mit der Erweiterung des bestehenden Heims soll eine Zersplitterung vermieden werden - so sieht es Brehm. "Ich will keine Diskussionen mit der Bevölkerungen bei leer stehenden Immobilien", schob er nach. Und: "Bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten schreit keiner ,Hier'! Aber wir haben eine Solidarverpflichtung."