Gleich mehrmals öffnete der Himmel am Wochenende auch über Höchstadt seine Schleusen. Sorgenvoll blickte so mancher in die nicht enden wollenden wolkenbruchartigen Regenfälle und dachte an die Ritter und Landsknechte, die beim Mittelalterfest den Engelgarten belagerten, an die Aischbrücken-Baustelle, an die Erdbeerfelder am Medbacher Weg oder an die Landwirte. Sie alle haben die Regengüsse mehr oder weniger gut überstanden.

Die Höchstadter Feuerwehr musste wegen Hochwasser diesmal nicht ausrücken. "Wir hatten keine voll gelaufenen Keller und auch keine Überschwemmungen", blickt Feuerwehrkommandant Wolfgang Glotz zurück.
Mit 27 Liter wurde am Sonntag an der offiziellen Höchstadter Messstation des Landwirtschaftsamtes die mit Abstand größte Regenmenge im Juni registriert. Bereits am Samstag waren 15 Liter gefallen.

Beim Fest im Engelgarten hatten Akteure und Besucher Pech mit dem Wetter. Befürchtungen, durch den Regen würde die Grünanlage in eine Schlammwüste verwandelt, bestätigten sich allerdings nicht. Einige Spuren waren in dem aufgeweichten Boden aber schon zurückgeblieben. Für Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hat der Engelgarten damit den Test für die Kirchweih bestanden. Die soll am ersten Juli-Wochenende dort gefeiert werden, dem Park aber keinen größeren Schaden zufügen.

"Wir bringen derzeit kein Heu heim", sagt der Saltendorfer Landwirt Jürgen Peßler. Die Natur brauche das Wasser. Fürs Getreide sei das gut, für den Futteranbau aber weniger. Wenn das Gras zu lange steht, leide die Qualität. Bevor die Ähren schießen, habe es den höchsten Eiweißgehalt. Weil aber in den Wiesen noch das Wasser steht und sie schwer zu befahren sind, müsse man mit dem Mähen warten, meint der Landwirt.

Gar nicht so negativ sieht Gabriele Schuster den Regen der vergangenen Tage. Sie bewirtschaftet größere Erdbeerfelder für Selbstpflücker am Medbacher Weg in Höchstadt. Sie hätte mit Hitze ein größeres Problem, gibt sie offen zu. Bei 30 Grad gäbe es zwar mehr Beeren, aber eine geringere Nachfrage. Durch den Regen spare sie sich zudem das Bewässern.

Der Brückenbaustelle an der Aisch haben die Regenfälle vom Wochenende gestern noch nichts anhaben können. Derzeit werden auf jeder Seite 13 Bohrpfähle zehn Meter tief in den Boden betoniert, sagt Bauaufseher Franz Schmaußer. Noch sitze man bei dieser Arbeit auf dem Trockenen. Würden die Schotterflächen überflutet, müsste man Pause machen.