Für Höchstadts von Baustellen gebeutelte Innenstadt gibt es seit gestern ein offizielles Organ des positiven Denkens. Alle Geschichten und Informationen rund um Hauptstraßensanierung und Brückenneubau fasst ab sofort eine "Baustellenzeitung" zusammen. Monatlich wird nun zwei Jahre lang eine achtseitige Broschüre erscheinen, herausgegeben vom Stadtmarketing Höchstadt. Am Montag stellten Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Sandra Schuster vom Stadtmarketing die Aktion vor.

Die erste Ausgabe erscheint noch in gedruckter Form. Wegen der Kosteneffizienz werde die Baustellenzeitung in Zukunft nur noch im Internet als "E-Paper" unter www.hoechstadt.de erscheinen, sagt Schuster.
Die Ausgabe Mai 2016 hat eine Auflage von 2500 Stück und liegt in den Geschäften der Innenstadt, im Tourismusbüro und im Rathaus aus.

Die erste Ausgabe steht mit einem Grußwort des Bürgermeisters unter der Überschrift "Mut zur Freude auf Veränderung". Was darunter zu verstehen ist, macht Brehm bei der Präsentation deutlich: "Eine Baustelle ist sicherlich eine Unannehmlichkeit. Aber man muss positiv denken."

Bei der Innenstadtgestaltung sei momentan viel am Laufen. Die Veränderung sei "greifbar" und nicht nur "Spinnerei der Politik". Hauptstraße, Aischbrücken, Weinlokal am Stadtturm, saniertes Töpfla, Anbau am Krankenhaus: Wenn diese anstehenden oder schon laufenden Bauprojekte einmal realisiert sind, könne man durchaus von "einem Gesamtkunstwerk" sprechen, so Brehm. Die Baustellenzeitung sei ein "gelungenes charmantes Werk".

Der Bürgermeister dankte dem Team der Baustellzeitung für die Umsetzung. Allen voran: Sara Kasapoglu und Tamara Kießling, beide im Rahmen ihres Schulpraktikums beim Stadtmarketing tätig.

Die 17-jährige Sara aus Höchstadt ist auf der FOS/BOS in Erlangen. Sie ist als Baustellen-Reporterin unterwegs. "Am Anfang habe ich Ideen gesammelt, was die Leute interessieren könnte", sagt Sara. Dann ist sie losgezogen und hat Interviews gemacht.


Praktikantinnen legten los

Sie sprach mit einem Bauarbeiter, mit Höchstadter Passanten, die sich für den Brückenneubau interessieren, aber auch mit Händlern der Innenstadt über ihre speziellen Angebote wie "Baustelleneis" oder "Baustellenbrot". Dazu gibt es aktuelle Infos zum Stand der Hauptstraßensanierung, sowie eine eigene Kinderseite.

Tamara Kießling, ebenfalls Praktikantin bei Schusters Marketingteam, kümmerte sich um das Layout der Seiten. Die 13-Jährige, die die Mittelschule besucht, kümmerte sich um die Anordnung der Texte und die farbliche Gestaltung. Auch in Zukunft sei geplant, dass die Zeitung von jungen Praktikanten erstellt wird, so Schuster.
Ebenfalls Mitglied in der "Baustellen-Redaktion" ist auch FT-Reporter Dieter Gropp, der eine feste Kolumne "über die Dramen einer Baustelle" hat. Peter Appelt vom Höchstadter Autorenkreis steuerte ein "Baustellengedicht" bei.

Die Zeitung ist laut Brehm teil eines umfassenderen Marketingkonzepts, das die Kulturmeile, eine Reihe von Events, mit dem Baustellenmanagement verbinde. Dazu gehört das Baustellenmaskottchen, ein kleiner Storch für den noch ein Name gesucht wird. Ab Ende Juni wird es Baustellenführungen mit dem Stadtführer Jörn Matthießen geben, in zwei Jahren, zum Abschluss der Bauarbeiten, ein großes Fest. Dann sollen 24 Ausgaben der Baustellenzeitung erschienen sein. Und wer weiß: Vielleicht trauert ja dann der ein oder andere den Baggern doch ein bisschen hinterher.