Erst zu trocken, und jetzt alles auf einmal. So lassen sich die Wetterkapriolen der zurückliegenden Tage beschreiben. Und wie jedes Mal, wenn es stärker regnet, sind es die Sterpersdorfer, die als erste die Auswirkungen spüren. Denn die Straße über die Aisch zur B470 ist zur Zeit wegen Hochwasser gesperrt.

Wie immer gibt es doch ein paar unbelehrbare Autofahrer, die den kurzen Umweg nicht in Kauf nehmen wollen und bis zur Stelle vor fahren, an der das Wasser über die Fahrbahn rinnt. Doch gestern kehrten sie lieber wieder um. Denn durchfahren war bei der Menge wirklich nicht mehr ratsam.

Hatte die Aisch am 1. Mai bei der Pegelmessstelle Laufer Mühle noch 2,50 Meter, sah die Lage am Mittwoch schon ganz anders aus. Die Meldestufe eins von vier Metern wurde gestern überschritten. Laut dem Zwei-Tage-Trend des Wasserwirtschaftsamts kratzt der Pegel die Tage auch an der Meldestufe zwei mit 4,50 Metern. Bei Greiendorf wurde diese mit 2,95 Metern schon knapp überschritten. Einen Trend gibt es hier noch nicht, da noch keine Daten vorliegen. Die Messstelle gibt es erst seit etwa einem Jahr.


Fahrradwege werden gesperrt

"Wir brauchen bei der neuen Messstelle noch Erfahrungswerte", sagt Höchstadts Bauhofleiter Mathias Pintzka. Er und seine Kollegen sind jedoch auf der Hut. Mittwochmorgen wurden die betroffenen Fahrradwege im Aischgrund gesperrt.

Laut den Prognosen des Wasserwirtschaftsamts kann man ab morgen, 5. Mai, mit einem Rückgang der Pegel rechnen. "Wenn jetzt allerdings noch größerer Regen drauf käme, wäre das schlecht", sagt Walter Hümmer, Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt.

Momentan ist die Aisch bei Höchstadt noch mit der orangenen Meldestufe zwei versehen. Das heißt: kleinere Ausuferungen auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen, leichte Verkehrsbehinderungen. Hochwasserwarnungen gibt es für die Landkreise Forchheim, Ansbach, Neustadt/Bad Windsheim und Fürth.

"Die Aisch ist relativ flach und springt daher schnell an. Sie ist immer mit als erstes dran", sagt Hümmer. Den Bauern reicht die Feuchtigkeit jedoch noch nicht ganz aus. Das sagt Leonhard Thomann, Teich- und Landwirt aus Poppenwind. Noch vor zehn Tagen herrschte in manchem Weiher Dürre.

In seinem Teich hätten die rund 70 Liter pro Quadratmeter die vergangenen Tage beim Wasserstand etwa sieben Zentimeter ausgemacht. Auf den Äckern dürfe es ruhig noch ein bisschen mehr Wasser geben, sagt Thomann. "Ich hoffe, dass noch wesentlich mehr kommt." Aber bitte nicht alles auf einmal, damit größere Hochwasserlagen ausbleiben.