Der Kämmerer Jörg Hausmann und sein Vorgänger Peter Döckinger konnten den Sitzungssaal wieder verlassen, ohne eine Frage beantworten zu müssen.
Bürgermeister Horst Rehder (BB) wies darauf hin, dass bereits wichtige Weichenstellungen für die Zukunft getroffen worden seien und es um die soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Gemeinde gehe. Eine Reihe von Projekten sei bereits abgeschlossen oder im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht worden, dazu komme noch das "Tagesgeschäft" mit Kläranlage, Bauhof, Schule und dem gesamten Kultur- und Bildungsbereich. Wie Rehder erläuterte, gehe die Gemeinde sehr solide aufgestellt ins Haushaltsjahr 2016, dies werde auch die in Kürze vorliegende Jahresrechnung 2015 bestätigen. Die Rücklagen würden dann deutlich über fünf Millionen Euro liegen. "Deswegen sind wir in der Lage, auch große Baustellen anpacken zu können", schickte er seiner Aufzählung der geplanten und teils schon beschlossenen Vorhaben voraus.


Schule wird moderner Lernort

Die Sanierung des Schulgebäudes in Hannberg steht ganz oben auf der Prioritätenliste, und als Planungskosten wurden im Haushalt 600 000 Euro eingestellt, um im kommenden Jahr mit der Sanierung beginnen zu können. Die Grundschule von gestern soll zu einem Lernort von morgen werden, mit moderner Technologie ausgestattet und an den digitalen Wandel angepasst. Gleichzeitig will die Gemeinde im Nutzungskonzept aber auch die ältere Generation berücksichtigen.
Im Haushalt und der Finanzplanung ist auch die Freiwillige Feuerwehr Heßdorf mit dem lange diskutierten Feuerwehrgerätehaus und dem bereits bestellten Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 bedacht. Neben der Sanierung von Straßen und Wegen wird die Gemeinde auch in die "Bushaltstelle Gewerbepark" investieren, denn ab 2017 wird es eine weitreichende Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr mit einer dichteren Taktung und mehr Haltestellen geben.
Da die Zahl der Einwohner stagniert und sich die Gemeinde trotz einer hohen Zahl von unbebauten Grundstücken kaum weiterentwickelt habe, muss die Gemeinde beim Wohnungsbau neue Wege gehen. "Das freie Spiel der Kräfte am Immobilienmarkt darf nicht dazu führen, dass Menschen bei uns in Heßdorf an den Rand gedrängt werden", fordert der Bürgermeister. Deswegen soll bei der Ausweisung von neuen Baugebieten auch der soziale und altersgerechte Wohnungsbau berücksichtigt werden.
Die Haushaltsrede des Bürgermeisters wurde mit Beifall aufgenommen und die Fraktionen stimmten den Ausführungen weitgehend zu. Wie Stefan Martin (CSU) erklärte, beginne nun nach Jahren des Sparens und dem Aufbau von Rücklagen die Zeit der Investitionen und des "Entsparens" - dazu gehören neben vielen kleinen Projekten wie die Modernisierung des Abwassersystems auch die Erschließung von Heßdorf-Süd.
Aus den fünf Millionen Euro Rücklagen werden in den nächsten Jahren wohl zehn Millionen Euro Schulden werden, so die Auffassung der CSU-Fraktion. Aber für die weitere Entwicklung der Gemeinde sei ein entsprechendes Wachstum unabdingbar.
Roland Sekatzek (SPD) hatte ergänzend die Idee, bei den gegenwärtigen Zinsen die Rücklagen nicht komplett aufzubrauchen, sondern Kredite in Anspruch zu nehmen. Bei steigenden Zinsen würde die Gemeinde wieder von den Rücklagen profitieren. Johann Ort (FW) kündigte ebenfalls die Zustimmung seiner Fraktion an und schlug vor, alle teuren Projekte jeweils in Sondersitzungen zu behandeln.