Ausgerüstet mit Fotokameras, einer Selfie-Box und präparierten Karton-Schildern, auf denen das Wort "Respekt" zu lesen war, machten sich am Samstag ein paar Realschüler und Gymnasiasten auf den Weg in die Fußgängerzone. Dabei war es ihr Ziel, möglichst viele Fotos mit verschiedenen Menschen zu schießen.

Doch was steckte eigentlich hinter der Aktion? Kunstlehrer David Pohl betreute die Jugendlichen und erklärte, wie das außergewöhnliche Projekt zustande gekommen war: "Wir stehen für Respekt und wollen derartige Werte auch wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen zurückrufen. Das Ganze ist alles etwas spontan entstanden und beruht auf den Anstoß der Agaby." Dies ist die Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns, die Städte und öffentliche Einrichtungen im ganzen Freistaat zu dieser Aktion motiviert hatte. Daraufhin habe sich die Stadtverwaltung mit den hiesigen Schulen in Verbindung gesetzt, um auch im Herzen der Sportstadt dieses Projekt zu unterstützen.


Mit viel Überredungskunst

Bereits am Donnerstag hatten sich eigens dafür sieben Klassen des Gymnasiums Herzogenaurach auf dem Schulgelände getroffen, wie Pohl erläuterte: "Wir haben auf den Boden ganz groß das Wort Respekt abgeklebt und dieses dann mit den Schülern ausgefüllt. Anschließend wurde ein Foto aus der Vogelperspektive geknipst." Am Samstag waren es Anna-Lena, Jannis, Thea und ihre Schulkollegen aus der zehnten Klasse, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hatten, die Foto-Aktion auch in der Innenstadt durchzuführen. Zwar benötigte es bei dem einen oder anderen Herzogenauracher etwas an Überredungsarbeit, jedoch nahmen viele Menschen begeistert an dem Projekt teil.

Die entstandenen Fotos werden in wenigen Wochen in einer Ausstellung im Herzogenauracher Rathaus zu sehen sein. "Wir wollen natürlich, dass sich unsere Schüler und die jungen Leute mit solchen Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz auseinandersetzen. Daher hatten wir der Stadt auch früh zugesagt, das zu unterstützen. Das hat mit der Selfie-Box von Ringfoto Müller auch klasse funktioniert", resümierte Pohl zufrieden.