Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager als Symbol für den millionenfachen Mord des NS-Regimes vor allem an Juden, aber auch an anderen Volksgruppen. Deshalb wurde der Tag der Befreiung 1996 zum ersten Mal als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen.
Der 27. Januar soll, wie es der damalige Bundespräsident Roman Herzog in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag ausdrückte, als zentraler Gedenktag "aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden lassen". Der Deutsche Bundestag trifft sich an diesem Tag alljährlich zu einer Gedenkstunde. Wie es in einer Pressemitteilung des Herzogenauracher Kulturamts heißt, hat der Kulturausschuss des Stadtrats 2004 beschlossen, diesem Beispiel zu folgen und der Opfer des Nationalsozialismus durch eine geeignete Kulturveranstaltung zu gedenken.


Bezüge zur Gegenwart

Unter dem Titel "Verbrannte Bücher - verbrannte Autoren" haben Schüler der neunten Klassen des Herzogenauracher Gymnasiums sich mit der Bücherverbrennung im Mai 1933 auseinandergesetzt, über verbrannte Texte und vergessene Autoren recherchiert, Interviews geführt und durch Nachforschungen zu Pressefreiheit und Zensur Bezüge zur Gegenwart hergestellt. Am Freitag, 27. Januar, stellen sie ihr Projekt der Öffentlichkeit vor.
Die Bücherverbrennung des Jahres 1933 stellt das "Fanal der Barbarei" (Klaus Schönhoven) dar, das in den folgenden Jahren über Deutschland und später über weite Teile Europas hereinbrach. Schon in den ersten Monaten der Machtübernahme durch das NS-Regime kam es zu Verhaftungswellen und zur Errichtung erster Konzentrationslager. Den Beginn der systematischen Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftsteller markiert die Bücherverbrennung.
In den Maitagen 1933 wurde in vielen deutschen Städten "undeutsches Schrifttum" verbrannt. Diese makabren Veranstaltungen waren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Höhepunkt der Kampagne "Wider den undeutschen Geist", die von der Deutschen Studentenschaft und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, gestützt auf die sogenannten schwarzen Listen, angestoßen worden waren. Willfährige Buchhändler und Bibliothekare räumten daraufhin ihre Regale, so dass schließlich Studenten, Professoren und SA-Leute in gespenstisch anmutenden Feierstunden diese Schriften ins Feuer werfen konnten.
Die Veröffentlichung der vermeintlich "nicht tragbaren" Autoren in der Tagespresse beeinflusste natürlich auch den privaten Buchbesitz. Das Schülerprojekt "Verbrannte Bücher - verbrannte Autoren" (in Kooperation mit dem Stadtmuseum Herzogenaurach) will gerade jene Schriftsteller ins Zentrum ihrer Präsentation stellen, deren Karrieren 1933 jäh abgebrochen wurden und deren Werke deshalb heute weitgehend unbekannt sind. Kurze biografische Skizzen, aber vor allem die vergessenen Texte sollen dabei wieder Raum bekommen. Ein kurzer Vortrag führt in die Thematik ein.
Die Vorstellung des Schülerprojekts "Verbrannte Bücher - verbrannte Autoren" findet am Freitag, 27. Januar, um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Herzogenaurach, Burgstaller Weg 20, statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es bei Helmut Biehler, Telefon 09132/901120.