Was vor 25 Jahren im Keller des ehemaligen Tengelmann-Supermarktes begann und kontinuierlich wuchs, wurde jetzt kräftig gefeiert. Am Samstag wurde zum 25. Jubiläum des Herzogenauracher Jugendhauses Rabatz der rote Teppich ausgerollt und der Geburtstag kräftig gefeiert.

Das Fest ließen sich auch die Frauen und Männer der ersten Stunde nicht entgehen, sie feierten mit, und es gab viele Gespräche und Anekdoten aus der Gründerzeit. Auch die beiden kirchlichen Förderer, der damalige katholische Kaplan Wolfgang Schneider und Hagen Fried von der evangelischen Gemeinde waren bei der Feier. Vor den Plakatwänden mit Presseberichten und Fotocollagen der vergangenen 25 Jahre versammelten sich immer wieder Gäste und amüsierten sich auch über ihr eigenes damaliges Aussehen. "Es ist erstaunlich, was aus einem Pflänzchen geworden ist", meinte Harry Körber. Er ist einer der Gründer der "Initiative ökumenisches Jugendhaus", die sich vor genau 30 Jahren formierte, um Räume für offene Jugendarbeit zu bekommen und dann auch zu betreiben. Da der Begriff "offene Jugendarbeit" in Herzogenaurach nicht gerade für Begeisterung sorgte und auch bei der Stadt nicht gerade auf offene Ohren stieß, gab es einen Raum im Freizeitheim. Die Hoffnung, "das läuft sich sowieso tot", erfüllte sich Dank der Gründer und Unterstützer nicht.


Ein steiniger Weg

Am 1. Juni 1991 begann die "Rabatz-Zeit" im Tengelmann-Keller. Nach den Worten der heutigen Leiterin Christine Taistra war der Weg auch mit Steinen gepflastert. Es kam zu Problemen mit den Bauvorschriften, und auch die Anlieger hatten einiges auszusetzen.

Aber es waren die Jugendlichen selbst, die für ein Umdenken in der Stadt sorgten. Das Rabatz war rappelvoll, und es fanden sich viele junge Leute für eine Mitarbeit, nicht nur beim Thekendienst, sondern sie übernahmen auch Verantwortung. Diese Selbstorganisation lag ganz im Sinne der Gründer, es fand sich mit dem damaligen Bürgermeister Hans Lang (CSU) ein Fürsprecher und mit den Kirchen auch ein Geldgeber. Dass das Pflänzchen gedieh und zu einem Gewächs wurde, davon konnten sich die Gründer bei der Geburtstagsparty überzeugen. Wie sie offen zugaben, kommen sie nicht mehr ins Rabatz, verfolgen aber Berichte sehr genau und bescheinigen der Leitung und den Mitarbeitern eine gute Arbeit.

Zusammen mit den Jugendlichen hatte sich das Team um Christine Taistra auch mächtig angestrengt. So wurde nicht nur eine große obligatorische Geburtstagstorte angeschnitten, sondern eine "Rundum-Verpflegung" geboten. Die Jubiläumsparty begann um 16 Uhr, und im Laufe des Abends präsentierten sich verschiedene Bands, darunter auch die Ramones-Coverband Havana Affair.