Wie beim Schach hüllte sich der Saal im Pfarrzentrum St. Otto meist in tiefes Schweigen. Nur beim Platzwechsel der Paare, angekündigt vom Turnierleiter Klaus Polap - beim sogenannten Movement - gab es etwas Lärm. Ansonsten war es still bei dem Landesverbandsturnier, mit dem das zehnjährige Bestehen des Bridgeclubs Herzogenaurach gefeiert wurde. Angenehm laut war es nur zu Beginn des Jubiläumsturniers, das die Stadtjugendkapelle Herzogenaurach unter der Leitung von Norbert Engelmann mit dem Frankenlied eröffnete.

Christoph Schech, der Vorsitzende des Bridgeclubs, begrüßte 76 Spielerinnen und Spieler zum Landesturnier, aber auch Bürgermeister German Hacker (SPD), der es sich nicht nehmen ließ, zum Jubiläum zu gratulieren und die auswärtigen Gäste in Herzogenaurach zu begrüßen. Für ihn sei Bridge ein Buch mit sieben Siegeln, gab das Stadtoberhaupt unumwunden zu und outete sich als Doppelkopfspieler.

Christoph Schech berichtete humorvoll, wie es zur Gründung des Clubs kam. Da er sich für Bridge interessierte, suchte er in Herzogenaurach jemanden, der Bridge spielte und auch lehrte. Er wurde fündig und wohnte einer Bridgerunde bei. "Da saßen vier Damen an einem Tisch und die redeten nicht, das war unglaublich und für mich faszinierend", erzählte der Vorsitzende schmunzelnd. Da wurde dann auch die Idee geboren, einen Bridgeclub ins Leben zu rufen.

Wer denkt, dass Bridge nur von alten englischen Ladies gespielt wird, irrt sich gewaltig. In Herzogenaurach, Erlangen und Großenseebach und überhaupt in der gesamten Region gibt es Bridgeclubs. Rund um den Globus spielen mehr als 75 Millionen Menschen Bridge mit Leidenschaft und Genuss.

Dem Herzogenauracher Bridgeclub gehören derzeit 45 Mitglieder an, die Spieler treffen sich montags ab 18 Uhr im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Niederndorf. Aber, wie der Vorsitzende erzählt, wird nicht nur Bridge gespielt, sondern es wird auch die Geselligkeit gepflegt, und da ist natürlich das Sprechverbot aufgehoben.

Unter anderem aus Regensburg, Würzburg und Ansbach waren die Spieler gekommen. Sieben Stunden lang - unterbrochen von der Mittagspause und einer gemütlichen Kaffeerunde - mussten sich die Teilnehmer konzentrieren, um sich dann in der Reihenfolge der errungenen Plätze aus der reichhaltigen Auswahl von Preisen etwas auszusuchen. Der Hauptpreis - ein Mehrgängemenü und eine Übernachtung - ging an Helga Büchner und Rolf Bertels aus Erlangen. Den zweiten Platz belegten Uta Hauerwaas und Klaus Wolkersdorfer aus Nürnberg, gefolgt von Rita Risus und Waltraud Schrüfer aus Würzburg auf Platz drei. Es gab für alle Teilnehmer einen Preis sowie einen Herzogenauracher Bildband.

Bridge ist ein anspruchsvoller Zeitvertreib und ein Wettkampfsport, es fordert ebenso Kopf und Köpfchen wie Konzentration, Ausdauer und Lernfähigkeit - und doch unterscheidet es sich von den beiden beträchtlich. Bridge ist ein Strategiespiel, das Zufall und Kartenglück weitgehend ausschließt, und nur gemeinsam mit einem Partner und einem Gegenteam gespielt werden kann. Infos zum Bridgeclub HerzoBridge gibt es unter www.herzobridge.de.