Gerald Fink und Toni Rotter fühlen sich sicher am wohlsten, wenn sie ihrer Berufung nachgehen, also Musik machen, und besonders wenn sie an der Orgel sitzen. Denn in Herzogenauracher Kirchen gibt es gleiche sieben Orgeln, darunter zwei außergewöhnlich bemerkenswerte Instrumente. Die Metzler-Orgel in St. Magdalena und die AhrendOrgel in St. Otto. Beide wurden Anfang dieses Jahrtausends gebaut und sind wahre Schmuckstücke. Und beide Instrumente stehen nun auch im Mittelpunkt des Orgelfestivals 2014, das von den zwei Kulturpreisträgern der Stadt Herzogenaurach jetzt vorgestellt wurde.

Und da fühlten sich Fink und Rotter wohl genauso in ihrem Element, auch wenn sie diesmal nicht in die Tasten greifen, sondern lediglich darüber reden durften. Das aber taten sie besonders gern, zeichnet sich doch auch außerhalb der Kirchengemeinden ein großes Interesse an der Königin der Instrumente ab. Bürgermeister German Hacker (SPD), der mit seinem Kultur-Mitarbeiter Helmut Biehler ebenfalls am Pressegespräch im Rathaus teilnahm, bezeichnete Herzogenaurach gar als Orgelstadt.

Sieben Kirchenorgeln seien in einer Kommune mit knapp 25 000 Einwohnern durchaus bemerkenswert.
Das zweite Herzogenauracher Orgelfestival nach 2012 wird sich auf sechs Termine erstrecken, die auf das ganze Jahr verteilt wurden. Den Auftakt macht bereits am Sonntag, 2. Februar, Gerald Fink selbst. Er spielt um 18 Uhr auf der im Jahr 2007 erbauten Ahrend-Orgel in St. Otto. Der Herzogenauracher Kulturpreisträger von 2011 wird sich der Musik aus Barock und Moderne annehmen, die dem norddeutschen Klang des Instruments entsprechen. Der weitere Kulturpreisträger Toni Rotter (2006) beendet am 23. November das Festival. Dazwischen liegen vier weitere Termine.

Die Konzerte kosten jeweils zehn Euro. Wie Helmut Biehler mitteilt, gibt es auch wieder die Möglichkeiten zu Abonnements, die die Karten für einen "unverschämt reizvollen" Preis anbieten. Ermöglicht wird das Festival auch durch Sponsoren. Bürgermeister Hacker dankte der Sparkasse und dem Unternehmer Hans Wormser.

Neues Interesse an den Orgeln

Wie Gerald Fink feststellt, ist die Orgel das öffentlichste aller Instrumente. "Du kannst eine Orgel nicht verstecken", sagt er. Das Besondere an Herzogenaurach ist für Fink, dass die beiden Vorzeigeorgeln erst in diesem Jahrtausend gebaut worden sind. Sehr schön findet es Fink, dass in Herzogenaurach neuerdings ein neues Interesse an Orgeln gewachsen ist. Das zeige sich auch dadurch, dass auch Schüler gerne auf diesen Instrumenten spielen. Das sieht Toni Rotter auch so: "Der Virus ist da", bringt er es auf einen kurzen Nenner.



Die Termine zum Orgelfestival 2014


2. Februar
Um 18 Uhr musiziert am Sonntag, 2. Februar, der Herzogenauracher Kulturpreisträger Gerald Fink. Er spielt auf der Ahrend-Orgel in St. Otto.

6. April Franz-Josef Stoiber, der Domorganist zu Regensburg, ist am Sonntag, 6. April, 17 Uhr, zu Gast. Er wird auf der Metzler-Orgel St. Magdalena spielen.

27. Juni Ein Kommilitone von Gerald Fink ist am Freitag, 27. Juni, um 19 Uhr, in St. Otto Gastmusiker. Martin Neu, Dekanatskirchenmusiker aus Reutlingen, hat auf der Ahrend-Orgel eine CD eingespielt, die er an diesem Abend auch verkauft.

3. August Gregor Frede ist Diözesanmusikdirektor zu Würzburg und spielt auf der Metzler-Orgel von St. Magdalena. Sein Termin ist der Sonntag, 3. August, 19 Uhr.

14. September Auch eine Orgelwanderung ist geplant. Gerald Fink führt die Teilnehmer durch drei Stätten (Liebfrauenhaus, Martin-Luther-Haus und Pfarrkirche St. Josef Niederndorf) und musiziert dort gemeinsam mit Schülern. Termin: Sonntag, 14. September, 14 Uhr).

23. November Auch Toni Rotter spielt gemeinsam mit seinen Schülern. Er wählt die Metzler-Orgel am Sonntag, 23. November, um 17 Uhr.