Der eine stand mit "seinen Mädels" schon so oft auf dem Siegerpodest, dass selbst Bürgermeister German Hacker (SPD) es schwer hatte nachzurechnen. Gemeint ist Rudi Hirsch, seit 1976 engagiert bei der Soli und mehrfacher deutscher Meister mit den Mannschaften. Ein anderer ist mit dem nassen Element in Herzogenaurach verbunden wie kaum jemand sonst, hat 1977 den Schwimmverein Delphin ins Leben gerufen, ist noch länger schon bei der DLRG und hat als Bäderchef in Herzogenaurach sein Hobby zum Beruf gemacht: Wolfgang Schneider. Und Karin Wittenzellner-Zollhöfer ist seit 1977 vom ASV Niederndorf nicht mehr wegzudenken, hat dort die Skiabteilung gegründet und selbst orientalischen Tanz ins Leben gerufen.

Das sind nur drei von 14 Menschen, die sich in Herzogenauracher Vereinen einbringen, und zwar länger und engagierter als viele andere. Und deshalb sind sie von der Stadt zum dritten Ehrungsabend für Ehrenamtliche mit außerordentlich langer Tätigkeit in leitenden Funktionen geladen worden. Vorgeschlagen wurden sie von den Vereinen selber.

Wie sagte Bürgermeister Hacker bei der Ehrung: "Sie sind es, die unser Herzogenaurach so lebenswert, so bewegend und einmalig machen." Geehrt wurde mit Sebastian Kraus vom Modellfliegerclub auch wieder ein junger Mensch, stellvertretend für die vielen aktiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen und als Symbol der Anerkennung künftiger Verdienste, wie Hacker sagte.

Er ging in seiner Rede zurück auf die klassische Antike, als das Ehrenamt seine Ursprünge hatte. Schon immer "gehört der individuelle, unentgeltliche Beitrag zum allgemeinen Wohl unverzichtbar zu einem sinnerfüllten Leben", sagte Hacker. Und: "Hilfe am Nächsten ist keine Erfindung der Moderne."

Ansprechpartner für die Vereine

In Herzogenaurach bemühe man sich, das Ehrenamt breit zu unterstützen. Erst im Januar habe der Stadtrat beschlossen, die Stelle eines Sport- und Ehrenamtskoordinators zu schaffen. Hacker: "Damit will die Stadt dem Ehrenamt über die bisherige Betreuung hinaus noch mehr Gewicht verleihen und die Zusammenarbeit noch besser koordinieren." Künftig werde es also einen Ansprechpartner für die Vereine im Rathaus geben. Des Weiteren habe man im Haushalt viele Förderungen für die Vereine verankert, einschließlich eines Sonderbetrags von 60 000 Euro für die Jugend.

Musikalisch gestaltet wurde der Ehrungsabend von Toni Rotter und dem Jugendchor und Geld gab's auch. Hundert Euro pro Geehrtem gab's für die Vereinskasse. Die Hauptpersonen nebst Begleitern waren anschließend zum Buffet eingeladen. Doppelten Grund zur Freude hatte Simon Hagen von der Feuerwehr. Er bekam gleich noch ein Ständchen präsentiert, weil er just am Ehrungsabend seinen 70. Geburtstag feiern konnte.