Niederndorfer hatten die etwa kaffeetassengroßen Gegenstände in der Aurach entdeckt. Sie hatten sich auf der Höhe Niederndorf im Gestrüpp verfangen. Die informierte Polizei hatte den ersten Verdacht schnell bestätigt: Es handelte sich um handelsunübliche Sprengvorrichtungen. Letztlich Feuerwerkskörper, die aber nicht aus dem örtlichen Handel stammen.

Bereits am Mittwochabend hatte man solche Feuerwerkskörper entdeckt und auch diese schon durch ein extra aus München angereistes Sprengkommando sprengen lassen. Das war schon mal eine der Detonationen, die so mancher Herzogenauracher in den Abendstunden wahrgenommen hat. Diese erste Charge wurden bei Reinigungsarbeiten an einem Wehr unweit der Niedendorfer Hauptstraße gefunden.


Sicherheit geht vor

Auch bei dem erneuten Fund am Donnerstag wurde die Spezialeinheit wiederum aus München angefordert. Sicherheit geht vor, wie Herzogenaurachs Polizeichef Wilhelm Wölfl betonte.

Die Beamten gaben in der aktuellen Situation recht schnell Entwarnung. Eine unmittelbare Gefahr bestand nicht. So konnten die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach etwas beruhigter die Uferränder der Aurach absuchen. Mit zwei Booten fuhren diese den Flusslauf ab, um weitere der Feuerwerkskörper einzusammeln. Letztlich waren es gut zwei Dutzend der Sprengkörper, die bei der Suche gefunden wurden.

"Ein bisschen mulmig war mir schon bei der Suche", gab ein Feuerwehrler zu. Auch eingesetzte Polizisten gaben zu, dass diese Art der Arbeit alles andere als Alltag ist. Der Sprengstoffexperte des Sprengkommandos hantierte da schon wesentlich relaxter. Wobei auch er zugab: "Es muss immer überprüft werden, was dahinter steckt. Und so ist es keine Frage, dass wir recht zügig von München hierher kommen." Denn trotz der Einstufung, dass momentan keine Gefahr bestünde, sei "der Fund nicht ohne".



Der Experte erklärt: "Wenn die Feuerwerkskörper im Wasser aufweichen, kann es zu den unterschiedlichsten Reaktionen kommen, daher werden wir aktiv." Abgesehen davon bestehe die Gefahr weiter, wenn diese Körper irgendwo an Land gespült werden und dann zum Beispiel in Kinderhände fielen.

Genau diese Tatsache, und dass die genaue Zusammensetzung der aufgefundenen Gegenstände nicht bekannt war, machte dann die kontrollierte Sprengung vor Ort erforderlich. Zwischen dem Ortsteil Niederndorf und der Kläranlage wurde auf einer Wiese die aufgefundene Menge gezündet. Räumungsmaßnahmen waren in diesem unbewohnten Bereich nicht erforderlich, lediglich der Flurweg wurde komplett gesperrt.


Hinweise erbeten

Woher die Sprengkörper kommen, kann bisher nicht beantwortet werden. Wer dazu Hinweise geben kann, soll die Polizei unter der 0911-2112 3333 anrufen.

Im "sozialen" Netz wird bereits kräftig spekuliert. Vermutlich, so eine Einsatzkraft, hat sich jemand diese Knaller zu Halloween besorgt. Aufgrund der doch heftigen Explosionskraft, wollte dieser das Feuerwerk wieder loswerden und wählte die Aurach als Abfalleimer. Doch das sei eine Vermutung, keine Tatsache.

Darüber hinaus wird auch um eine Alarmierung der Polizei gebeten, wenn weitere unbekannte Feuerwerkskörper rund um die Aurach gefunden werden.