"Scho widder? Soll dadsächlich scho widder Advent sein? Es war doch emd noch Sommer?" So locker und unkonventionell, wie Pfarrer Friedrich Schäfer zu Beginn des diesjährigen Adventskonzerts die Gäste begrüßte, war das gesamte Programm. In diesem Jahr wäre die Christuskirche fast "aus den Nähten geplatzt". Pfarrersfrau Ulrike Schäfer kam mit dem zusätzlichen Stellen von Stühlen kaum nach.
Unter der Gesamtleitung von Gabriel Konjaev waren traditionell nur die hauseigenen Kulturschaffenden am Programm beteiligt: der Kirchenchor, der Flötenkreis, der Gitarrenkreis und Sprecher mit kleinen Texten rund um die Weihnachtszeit. Dieses kleine Konzert sei laut Pfarrer Schäfer eine musikalische Andacht und solle helfen, dass etwas wahr werde von dem Bibelwort, dass über dem zweiten Advent stehe: "Seht auf! Erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!"
Der Flötenkreis eröffnete das Programm sehr festlich mit der "Einleitung aus der Weihnachtsgeschichte" von Carl Orff, mit einem "Hosianna" und mit dem Largo "La Paix" von Georg Friedrich Händel. Unter dem Dirigat von Irina Konjaev und am Klavier begleitet von Gabriel Konjaev sang der Kirchenchor zunächst ein "Hirtenlied", die Lieder "Ein Licht strahlt überm Feld", "Ein Kind, geborn in Betlehem" und "Freude der Welt! Der Heiland kommt", vier liturgisch-traditionelle Weihnachtslieder, die den biblischen Anlass des Weihnachtsfestes mit leisen und gefühlvollen Melodien zum Ausdruck brachten.
Der Gitarrenkreis übernahm das festliche Credo mit zwei Menuetten von Valentin Rathgeber und einem Pastorale von Christoph Willibald Gluck. In den Übergängen von einem Programmteil zum anderen war das Mitsingen des Publikums gefragt. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied "Wir sagen euch an, den lieben Advent" ließen die beiden Tenöre des Kirchenchores, Fritz Schäfer und Stefan Wissner, als mittlerweile profiliertes Gesangs-Duo der Christuskirche ihre Stimmen mit volkstümlichen Weihnachtsliedern zur Gitarre erklingen. Sie zauberten die Weihnachtsvorfreude in die Gemüter der Zuhörer.


Medley als Höhepunkt

Diese dankten durch kräftiges Mitsummen und -singen. Der Beifall für die gelungene und heitere Interpretation der Lieder war sehr intensiv. Das weitere Programm präsentierte sich heiter und aufgelockert. Ein Medley aus englischen Weihnachtsliedern war der Höhepunkt dieses Programm-Blocks. Als dann der Kirchenchor zu dem Lied vom "Rentier Rudolph mit der roten Nase" seine Nikolaus-Mützen aufsetzte, wurde der "Funken", der schon längst zum Publikum übergesprungen war, zu einem begeisterten "Advents-Feuerwerk". Lang anhaltender und rhythmischer Beifall dankte allen Mitwirkenden.
Als Zugabe des Kirchenchores erlang das bekannte "Halleluja" und baute eine Brücke ins afrikanische Mali. Dort war an diesem Wochenende das maßgeblich aus Spenden der evangelischen Kirchengemeinde Höchstadt neu erbaute "Geburtshaus" offiziell eröffnet worden. Dazu resümierte Pfarrer Schäfer: "Wenn wir zusammenhalten, können wir tatsächlich die Welt verändern." Große Beachtung bei den Veranstaltungsbesuchern fand die Krippen-Ausstellung in den Nischen der Kirchenfenster. Alljährlich stellen Familien aus der Kirchengemeinde für diese Ausstellung ihre Krippen zur Verfügung.