Noch vor dem Arbeitsbericht des Vorsitzenden und dem Kassenbericht des Schatzmeisters Alfred Albrecht ging Walter Nussel in seinen Grußworten auf den kommenden Bürgerentscheid zur StUB im April ein. Anschließend nahm Stefan Müller die Ehrung von zwei langjährigen Mitgliedern vor. Besonders der Statusbericht von Fraktionssprecher Andreas Maier über die besorgniserregende finanzielle Lage der Gemeinde und den recht hastig in Angriff genommenen Verkauf des Schulsportgeländes bot viel Diskussionsstoff und erhitzte so manches Gemüt.

Walter Nussel betonte in seinem Grußwort, dass der 19. April keine Entscheidung über den Bau der StUB sei. Offiziell heißt es bei den FW "die Bürger sollen zwischen einem schienengebundenen, wenig flexiblen System und einem preiswerten, intelligenten Bussystem entscheiden". Es werde zunächst über den eventuellen Einstieg des Landkreises ERH in den Zweckverband mit Erlangen und Nürnberg entschieden und nur die Planung angestoßen.

"Nachdem Herzogenaurach einen großen Teil der Kosten übernehmen wird, ist der Kreis nicht so stark belastet, wie befürchtet. Nur 1,8 Millionen Euro Planungskosten werden auf die anderen 24 Kommunen umgelegt, verteilt auf drei Jahre. "Die StUB ist ein Verkehrsmittel, dem wir folgen sollen und wir müssen in die Planung mit einsteigen", mahnt Nussel. "Wir brauchen eine Schiene!"

Dass für diese Aktion Bündnis 90/Grüne und die SPD zusammen mit der CSU agieren, hätte er sich früher nicht denken können. Man habe sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Bevölkerung über die Vorteile des Beitritts zum Zweckverband der Stadt Umlandbahn Nürnberg-Erlangen-Erlangen-Höchstadt aufzuklären und im Sinne des Ratsbegehrens für den Beitritt zum Zweckverband zu werben. Bei einem Beitritt geht es demnach erst um die Aufgabe, eine Planung für eine mögliche Realisierung durchzuführen und um die Grundlagenermittlung für die anfallenden Kosten.

"Sollten die Planung beziehungsweise die Kostenermittlung aufzeigen, dass das Vorhaben nicht zu realisieren ist, können wir jederzeit aussteigen", sagte der Abgeordnete. Das gesamte Umland um Herzogenaurach und Erlangen werde von dieser Bahn profitieren. Sie sei eine wichtige Anbindung an die Metropolregion.

"In zehn bis zwanzig Jahren ist die Bevölkerung älter und die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur ändern sich. Wir müssen an morgen denken", meinte auch Stefan Müller. Den FW ginge es nicht um die StUB oder um ein Bussystem - es gehe um den seit einem Jahr schwelenden eigenen Bedeutungsverlust. In seinen Grußworten ging der Bundestagsabgeodnete und Staatssekretär im Bundesministerium noch auf den neuen Landrat ein: "Es ist gelungen, unseren Landratskandidaten durchzubringen. Alexander Tritthart macht es gut, kommt seriös rüber - wie man es von einem Landrat erwartet - und im Stil und Auftreten unterscheidet er sich deutlich von seinem Vorgänger. Das tut unserem Landkreis sehr gut!"

In seinem Arbeitsbericht erzählte Hans Mönius von den vielen erfolgreichen Aktionen der CSU, allen voran die Prunksitzung in der Faschingszeit - im weiten Umkreis einzigartig und immer von mehr als 500 Gästen besucht. Mönius bedankte sich beim ganzen Team "Prunksitzung" und gab gleich den Termin für die Prunksitzung 2016 bekannt: 23. Januar.

Nicht nur die FU leistete ihren kulinarischen und künstlerischen Beitrag zum Weihnachtsmarkt. Der große Holzkohlegrill der CSU war ein besonderes Highlight und die Bratwürste und Steaks fanden reißend Abnehmer, genauso wie das Weizenbier aus Bamberg. Zum zweiten Mal war auch die JU aktiv dabei und lockte viele Besucher mit ihren leckeren Wintercocktails an. Die alljährliche Christbaum-Sammelaktion der JU an Dreikönig ist auch schon lange gute Tradition. Der Erlös von 885 Euro kommt diesmal dem Kindergarten Neuhaus zugute. Insgesamt hat die JU mit dieser Aktion schon mehr als 20.000 Euro gesammelt und für gemeinnützige Zwecke gespendet. Die FU verteilte am Muttertag nach den Gottesdiensten an alle Mütter Muttertagspralinen, die mit FU-Glückwünsch-Fähnchen bestückt waren.
Hans Mönius bedankte sich bei allen Aktiven, die sich immer wieder heftig ins Zeug legten und legen. Das Schlossgartenfest, das normalerweise der zweite gesellschaftliche Höhepunkt des CSU-Jahres ist, musste im letzten Jahr wegen des langen Kommunalwahlkampfes, aber auch wegen des Großereignisses "Grüne Meile" ausfallen. "Aber im Jahr 2015 organisieren wir wieder zum traditionellen Termin - am ersten Samstag im Juli - unser Schlossgartenfest, diesmal unter der Regie von Uwe Pöschl", versprach Mönius.

Er richtete seinen persönlichen Dank an alle, die ihn in seiner Funktion in jeglicher Art unterstützt haben. Aber besonders dankte er seiner Frau Helga, die genau wie seine Söhne, oft auf ihn verzichten musste, aber ihn auch in vielen Dingen kräftig unterstützte.

Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen stellte sich Hans Mönius, der seit 2007 den Ortsvorsitz inne hatte, nicht mehr zur Verfügung. "Berufliche Veränderungen machen mir es unmöglich, weiterhin als Ortsvorsitzender der CSU Adelsdorf tätig zu sein", erläuterte der scheidende Vorsitzende mit etwas belegter Stimme. Er halte aber den jetzigen Zeitpunkt einfach für optimal, um einen jungen Mann an die Spitze des Ortsverbandes zu wählen. "Mit Hinblick auf die Kommunalwahlen in fünf Jahren, hat dieser genügend Zeit, um sich einerseits einen einen gewissen Bekanntheitsgrad aneignen zu können und andererseits eine schlagkräftige Truppe um sich zu sammeln." Als Kandidaten schlug er den 31-jährigen Diplomingenieur Matthias Goß vor, bis jetzt Vorsitzender der JU. Seit 1998 ist dieser Mitglied der JU und 2007 wurde er zu deren Vorsitzenden gewählt.

Matthias Goß hat sich schon frühzeitig für Politik interessiert, angefangen mit Helmut Kohl in der Bundespolitik bis hin zu Armin Goß in der Ortspolitik. "Außerdem war mein großes Vorbild auch Stefan Müller, der damals noch Kreisvorsitzender der JU war." Leicht sei ihm dieser Schritt nicht gefallen. "Meine Bedingung war aber klar: meine Nachfolge bei der JU muss geklärt sein", so Goß. Das bedeute aber auch seiner Meinung nach eine Chance für einen Generationswechsel in der JU. Nach den Wahlen übernahm er den Vorsitz der Versammlung. In der Zusammenarbeit mit JU und FU werde sich bestimmt nichts ändern. Eine gute Diskussionskultur sei ihm wichtig. "Der Ortsverband ist seit jeher von guter Zusammenarbeit geprägt. Das bleibt auch weiter bestehen. Unser Hans hat den Ortsverband zur Hochblüte gebracht! Danke!"

Der anstehende Verkauf des Schulsportgeländes ist eine Folge der prekären Finanzsituation der Gemeinde.
Besonders der Sozialbereich macht der Gemeinde unheimlich zu schaffen. "Uns laufen die Kosten davon", sagte Maier bei seinem Bericht aus dem Gemeinderat. "Die Zahlungsfähigkeit der Gemeinde ist nicht mehr gewährleistet", warnte er. Kein Gemeinderat fühle sich mit dieser Entscheidung wohl. Maier erklärte, dass die Nutzung des Geländes schon seit Jahren sehr schwach sei. Die Schule sehe keinen Bedarf mehr. Nur manche Vereine und speziell die Sportabzeichengruppe habe besonders auch die Tartanbahn benutzt. Der Verkauf des Geländes bringe der Gemeinde 2,5 Millionen Euro (Reingewinn 1,2 Millionen Euro), was sie auch dringend brauche. "Alternativ müssten wir mit der Haus- und Grundsteuer hoch gehen", befürchtet er. Die Meinungen der Mitglieder gingen weit auseinander und es wurde heftig diskutiert. Das käme alles zu schnell, man solle sich mehr Zeit lassen, man müsse die Bürgerschaft mehr mit einbinden und mehr. "Wenn einmal verkauft, dann ist der Platz weg. Und was ist dann in zwei Jahren, wenn wir wieder Geld brauchen?", so eine andere Meinung. Der Gemeinderat wird sich am Mittwoch in seiner Sitzung damit beschäftigen.

Die Ehrung von Altbürgermeister Armin Goß und dem langjährigen Kassenprüfer Bernhard Hubert für 40-jährige Mitgliedschaft mit Urkunde und Ehrennadel in Gold übernahm Stefan Müller gerne.


Armin Goß

Der Jubilar ist mit 28 Jahren in die CSU eingetreten. Vorher war er fünf Jahre in der JU. Nach den Beweggründen, sich damals der CSU anzuschließen gefragt, erklärte er dem FT: "Ich gehöre zur Generation der sogenannten 68-er und habe Betriebswirtschaft studiert, kein politisches "Mode-Studium". Natürlich haben wir dennoch die aktuellen Themen diskutiert und wollten bewusst unsere konträre Meinung zu den Schlagworten der 68-er äußern. Außerdem gab es auch in Adelsdorf eine Reihe von Gründen für eine politische Aktivität, hauptsächlich Probleme mit dem damaligen Bürgermeister Alfons Trapp." Von der auf Versöhnung ausgerichteten Politik Willy Brandts war er stark beeindruckt. Im Jahr 1972 kam Goß unter Bürgermeister Alfons Trapp über die Liste Bürgerblock in den Gemeinderat und 1996 löste er Ewald Münch als ersten Bürgermeister ab. Goß erinnert sich gerne an die vielen Begegnungen mit Menschen innerhalb Adelsdorfs, aber auch darüber hinaus und natürlich an die Wahlerfolge sowie die einzelnen Ergebnisse seiner Arbeit, wie zum Beispiel das Läusberggebiet als Wohn- und als Gewerbegebiet. Weniger gern denkt er in erster Linie an persönliche Angriffe oder ungerechtfertigte Vorwürfe zurück.

Bernhard Hubert
Nach fünf Jahren als Mitglied in der JU trat er im Alter von 20 Jahren der CSU bei. "Die Richtung der CSU war damals wie heute für mich wichtig und richtig, aber auch das freundschaftliche Verhältnis untereinander gefällt mir", erklärt er. Wie die CSU die Politik im Ortsverein und auch im Großen gestaltet findet er gut, sowohl im Sozialen als auch in der Wirtschaftspolitik. Hubert war in seiner Jugend stellvertretender JU-Ortsvorsitzender, später stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender und Kreisgeschäftsführer und im Ortsverein ist er schon über 25 Jahre lang Kassenprüfer.


Die Ergebnisse der Wahl


Ortsvorsitzender: Matthias Goß
Stellvertreter: Karin Frank, Uwe Pöschl, Florian Utz
Schatzmeister: Alfred Albrecht
Schriftführerin: Birgit Müller
8 Beisitzer: Ulrich Günther, Rainer Hubert, Steffen Kaiser, Uta Möller, Hans Mönius, Helmut Münch, Gerhard Stingl, Georg Willert
Kassenprüfer: Bernhard Hubert, Helga Mönius
13 ordentliche Kreisdelegierte: Manfred Baier, Karin Frank, Armin Goß, Matthias Goß, Ulrich Günther, Steffen Kaiser, Ewald Münch, Hans Mönius, Georg Nagengast, Uwe Pöschl, Gerhard Stingl, Florian Utz, Wilhelm Willert
13 ordentliche Ersatzdelegierte: Mona Lisa Eigenfeld, Georg Hammer, Bernhard Hubert, Martina Klemm, Helga Mönius, Sebastian Mönius, Wolfgang Mößlein, Birgit Müller, Josef Nagengast, Walter Nagengast, Otto Schuhmann, Sigrid Weiß, Wolfgang Wildenauer