Der Wanderpreis "Bürgerwilma" ging diesmal an Herzo.TV. Zum 20. Mal verliehen die Herzogenauracher Grünen im Niederndorfer Fasanengarten die Bürgerwilma. Retta Müller-Schimmel wies zudem darauf hin, dass eigentlich ein zweifaches Jubiläum sei, nämlich 20 Jahre Bürgerwilma und 30 Jahre Ortsverband der Grünen, denn die Statue wurde erstmals zum zehnjährigen Bestehen des Ortsverbandes verliehen.
Wie Grünen-Sprecherin Uschi Schmidt bei der Verleihung der Auszeichnung für engagierte Bürger ohne Parteibindung sagte, sei Herzo.TV ein Beispiel dafür, wie Menschen ehrenamtlich im Hintergrund still arbeiten, obwohl das Lokalfernsehen eigentlich kein stiller TV-Sender ist. So stünden hinter der Kamera keine Profis, sondern ein gemeinnütziger Verein, und alle Tätigkeiten würden ehrenamtlich ausgeführt. Herzo.TV zeige seit Jahren, wie bunt es in der Stadt zugeht, und im Lauf der Zeit habe sich ein Archiv angesammelt, das die Entwicklung der Stadt dokumentiere.
Der Vereinsvorsitzende Dieter Lohmaier rief den Beginn vor Herzo.TV in Erinnerung, das in der Mediengruppe des Gymnasiums seinen Anfang nahm. Die Mediengruppe hielt die Herzogenauracher 1000-Jahr-Feier 2002 mit der Videokamera fest, die Filme konnten aber nur über das Intranet des Gymnasiums betrachtet werden. "Und es war schade, dass die schönen Ergebnisse nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten", erzählte Lohmaier rückblickend.
Also wurde die Idee eines lokalen Fernsehsenders geboren, kein einfaches Unterfangen, nachdem in Deutschland alles bestimmten Regularien unterworfen ist. Also wurde ein Verein gegründet mit dem Zweck: "Die Förderung und Vermittlung von Medienkompetenz und neuen Techniken im medienpädagogischen Bereich durch Herstellen und Verbreiten eines lokalen Fernsehprogramms." Nachdem alle bürokratischen Hürden aus dem Weg geräumt waren, ging Herzo.TV am 1. April 2004 auf Sendung. "Das war keine Aprilscherz, denn wir wollten am 1. Januar beginnen, aber der Kampf mit den Behörden zog sich etwas hin", erzählte Lohmaier schmunzelnd.
Zunächst trafen sich die Aktiven im Rabatz und später im Seniorenbüro. Dadurch entstanden auch Sendungen für Senioren, und vor allem Ältere entdeckten ihre Leidenschaft zum Fernsehmachen. "Eigentlich haben wir schon etwas Nachwuchsprobleme", meinte Lohmaier. Allerdings sei die Truppe gut aufgestellt, denn alle seien mit Leidenschaft dabei. Bei der Übergabe stand diesmal nicht Herzo.TV hinter der Kamera, sondern Uschi Schmidt hatte einen Filmemacher engagiert. "Sie können heute entspannen und ohne Kamera feiern", erklärte die Sprecherin.

Der Preis Die Bürgerwilma ist der Ehrenamtspreis des Ortsverbands von Bündnis90/Die Grünen in Herzogenaurach. Er wird jährlich an politisch unabhängige Menschen vergeben, die sich für das Gemeinwohl der Stadt einsetzen.

Die Statue Die Skulptur der Wilma, abgeleitet von "Der Bürgerwille macht's" wurde von Claudia Spanhel entworfen. Sie zeigt eine weibliche Steinskulptur, deren Haare den Kopf einer Sonnenblume darstellen.