Autismus ist nicht so selten, wie viele Leute vielleicht denken. Ein Prozent der Menschheit sei - in stärkerer oder schwächerer Form - davon betroffen, wie Armin Deierling, Vorstandsmitglied der Stiftung Muschelkinder, berichtet. Um die Neigungen und Interessen von Autisten bestmöglich zu fördern, plant die Bruderschaft Barmherzige Brüder in Gremsdorf eine Wohneinrichtung mit zwölf Plätzen für Männer und Frauen mit Autismus.


Unklar, wann Bau beginnt

Die Stiftung Muschelkinder hat den Barmherzigen Brüdern 50 000 Euro für das Bauprojekt gespendet. Bereits im vergangenen Jahr haben die Barmherzigen Brüder 50 000 Euro von der Stiftung bekommen.

Wann der Bau beginnt, sei noch unklar, wie Günther Allinger, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder, berichtet. Ein erster Förderantrag für die Einrichtung wurde bereits im vergangenen Jahr eingereicht. Der hat es aber nicht mehr auf die Förderliste geschafft. Deswegen habe man einen erneuten Antrag gestellt.

Das Projekt sei aktuell von der Regierung als positiv bewertet worden, so Allinger. Noch warte man darauf, dass das Sozialministerium in München das Projekt auf eine Förderliste schreibe. Mit dem Bau könne man erst nach der Zusage von Fördermitteln beginnen.


In allen Sinnen gehandicapt

Menschen mit Autismus seien in allen Sinnesbereichen gehandicapt, berichtet Deierling. Deswegen muss bei dem Bauvorhaben auf die Bedürfnisse von Autisten eingegangen werden. Autisten seien oft überempfindlich, was das Sehen und Hören angeht, sodass an Schallschutz oder spezielle Lampen gedacht werden muss. Laute Geräusche seien sonst "wie Folter", sagt Deierling. Neonröhren seien oft problematisch, weil sie zu hell sind. Der Sehsinn von Autisten wird so überreizt, was beispielsweise zu Wutausbrüchen führen könne. Das sei aber immer individuell vom Menschen abhängig.

Betroffene verspüren teilweise einen hohen Bewegungsdrang, weswegen die Wohnbereiche ebenerdig und übersichtlich gestaltet sein müssen. Einen Raum ohne Reize soll es ebenfalls geben, an den sie sich in Ruhe zurückziehen können, so Deuerling. "Auch wenn man immer von Inklusion redet, man kann Menschen mit Autismus nicht gnadenlos inkludieren."