Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres hatte es in sich und von einem vorweihnachtlichen Frieden war wenig zu spüren. Das begann schon, bevor Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) die drei Tagesordnungspunkte aufrufen konnte. Es folgte ein 15-minütiges Wortgefecht zwischen Bürgermeister, Verwaltungsleiter Gerhard Meyer und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Norbert Maier von den Grünen kritisierte das Protokoll der letzten Sitzung. Maier vermisste die Wortmeldungen und Stellungnahmen der Ratsmitglieder, dagegen wurde der Bürgermeister zehnmal erwähnt. Tritthart und Meyer verwiesen darauf, dass es nicht möglich sei, ein Wortprotokoll zu führen. Hierzu zitierte der Verwaltungsleiter auch aus der Gemeindeordnung und verwahrte sich dagegen, dass die Niederschriften einen schlechten Stil zeigen würden.

Hertlein: Nebenkriegsschauplatz

"Ihre Wortmeldungen werden akribisch geschrieben und kritische Fragen werden überhaupt nicht erwähnt", warf Christiane Kolbet den Bürgermeister vor. Karl-Heinz Hertlein (CSU) bezeichnete die Diskussion als Kindergarten und sprach von einem Nebenkriegsschauplatz. "Wenn Sie im nächsten Jahr auf diesem Platz sitzen, können sie das anders handhaben", meinte Tritthart zu Norbert Maier, dem Bürgermeisterkandidaten der Grünen. Mit 18:2 Stimmen wurde dem Protokoll schließlich zugestimmt.

Auch der nächste Tagesordnungspunkt, die 8. Änderung des Flächennutzungsplanes für den Ortsteil Nankendorf, wurde über eine Stunde diskutiert, um dann letztendlich dem Beschlussvorschlag, mit einer Änderung, zustimmen. Am 14. Oktober fasste der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für eine Fortschreibung der Bauleitplanung des Ortsteiles.

Firma will sich vergrößern

Grund war eine geplante Betriebserweiterung einer ansässigen Firma. Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt & Land erläuterte die Planung und das Ergebnis verschiedener Gespräche. In Nankendorf ist allerdings schon ein Gewerbegebiet im Flächennutzungsplan enthalten, der Ausweisung einer weiteren Gewerbefläche steht das Landratsamt kritisch gegenüber. So sah die Planung vor, die Gewerbefläche im Süden aufzugeben und dafür eine Fläche für die Betriebserweiterung neu aufzunehmen. Zur Sitzung lag nun ein Antrag des Eigentümers zur Inanspruchnahme der Fläche im Süden vor.

Fläche dringend gebraucht

Tritthart kritisierte den Antrag insoweit, "dass über zehn Jahre kein Anspruch angemeldet wurde und plötzlich wird die Fläche dringend gebraucht." Hintergrund ist die Umsiedlung einer Erdbaufirma, ansässig im Weisendorfer Gewerbegebiet in Nankendorf. Diese würde dann, zusammen mit einem weiteren Erdbaubetrieb, die Fläche in Anspruch nehmen. Eine Umsiedlung klang schon verlockend, da die Firma im Weisendorfer Gewerbegebiet ein schlechtes Image habe und schon öfter negativ aufgefallen sei. Einig war sich der Gemeinderat mit dem Bürgermeister, dass es in den Ortsteilen nicht zu einem "Gestöpsel" kommen solle, sondern für die Zukunft geplant werden müsse.

Allerdings sei die Betriebserweiterung der Firma Gumbrecht dringend und ein langes Verfahren würde der Firma schaden. Denn es wurden auch noch weitere Wünsche für eine Bebauung angemeldet. So die Aufnahme einer weiteren Teilfläche, die sich im regionalen Grünzug befindet, sowie die gewünschte Fläche von Robert und Alfons Bucher im Süden. "Ein Eingriff in den regionalen Grünzug würde ein langes Verfahren mit sich bringen, dessen Ergebnis zudem auch nicht absehbar sei", erklärte dazu der Planer.
Tritthart wies wiederholt darauf hin, dass es in erster Linie um die Betriebserweiterung gehe und alles Weitere in einem nachfolgenden Bebauungsplan geregelt werden müsse.

Die Weisendorfer Gemeinderäte beschlossen dann einstimmig, die Fläche von Margarete und Rainer Dillinger sowie eine Teilfläche von Andreas Klinger in die Planung mit einzubeziehen. Die bereits ausgewiesene Gewerbefläche im Süden bleibt bestehen und die Aufnahme einer Teilfläche von Stefan Baier wurde, weil sie sich im regionalen Grünzug befindet, verweigert.