Der Wettergott meinte es nicht gut mit dem Uehlfelder Gänsmarkt am Wochenende. Dennoch machten sich bis auf wenige Ausnahmen alle Stand inhaber trotz des kräftigen Regens am Morgen auf den Weg, ihren Platz auch zu besetzen. "Bei so einem Wetter ist es schwierig, die Leute zum Bummeln zu motivieren. Aber wir sind da", meinten die standhaften Anwesenden unisono.

Früher einmal - zu Feuerwehrorganisationszeiten -, erinnert man sich, hat es immer geheißen, der liebe Gott müsse ein Uehlfelder sein und wahrscheinlich ein Feuerwehrler noch dazu. Egal, wie das Wetter war im Vorfeld oder auch danach, an der Gänsmarktkerwa hatte es immer gepasst.

Die Regenpausen wurden jedenfalls kräftig genutzt von den Besuchern. Auch von auswärts ließen sich manche nicht verdrießen. "Gänsmarkt ist halt Gänsmarkt", so eine Höchstadterin, die quasi von Kind auf immer wieder zu diesem Anlass bummeln kommt. Autoausstellungen, Scherenschleifer, Spielzeug, Schmuck und vieles andere waren vertreten und bewahrten das Gesicht des Gänsmarkts. Kaum Probleme mit eventuell mangelnder Kundschaft bescherte der traditionelle Verkauf der Enten, Gänse und Hühner. Die besorgen sich viele Kunden an diesem Tag unabhängig vom Wetter. Für die Tiere selbst war es vielleicht sogar angenehmer, da es nicht zu heiß war.

Torhaus und Kiga

Auch die anderen Veranstaltungen, die mit dem Gänsmarkt heuer zu einem Festwochenende zusammengefasst waren, konnten sich nicht beklagen. Vielleicht wären bei Traumwetter ein paar Besucher mehr gekommen, doch auch so fand der Tag der offenen Tür im Kindergarten und im Torhaus beim Bänkla reges Interesse. Auch das Familienfest im Kunststückhaus am Samstag lief zwar etwas schleppend an, doch nach einiger Zeit regten sich die Kleinen bei Spaß und Spiel, während die Erwachsenen an den Bänken und Tischen dem fröhlichen Beisammensein frönten.

Offizieller Teil im Kindergarten war die Spendenübergabe der örtlichen Geldinstitute. Der neue Krippenanbau für die ganz Kleinen, der schon seit einigen Monaten in Betrieb ist und zwölf "Käferla" Platz bietet, hat nun die letzte Formalie hinter sich gebracht und konnte nebst anderen Neuerungen in Ruhe besichtigt werden.

Im renovierten Torhaus, das vor Kurzem in einer internen Feier vom "Bänkla" eingeweiht wurde, gab es die offizielle Schlüsselübergabe. Die Besucher konnten sich den ganzen Tag informieren: "Mich interessiert das", so Friedhelm Römer, der eigens aus Frickenhöchstadt hergefahren war, um das neue Bänklä-Domizil zu sehen. "Ich bin schon öfter zu Veranstaltungen gekommen, und das hier ist doch ein toller Platz."

Alles in allem scheint sich das Konzept der den Gänsmarkt organisierenden Gemeinde bestätigt zu haben. Wie früher, als die "Gänsmarktkerwa" noch ein drei Tage dauerndes Fest war, wurde jetzt der in den vergangenen Jahren lediglich übrig gebliebene Markt wieder aufgestockt zu einem Wochenende mit vielen Aspekten.
Mit dieser Form ist das Problem behoben, dass ein Verein allein ein solches "Megainvent" gar nicht mehr leisten kann. Bei den Besuchern wurde das neue Konzept jedenfalls gut angenommen.