In Bayern gibt es rund 100 regionale Arbeitskreise Schule-Wirtschaft und einer davon ist auch in der Region zu finden. Knut Harmsen von der IHK Erlangen organisiert bereits in Ansbach und Nürnberg seit vielen Jahren die Arbeitskreise mit Erfolg. In diesem Schuljahr fand nun zum ersten Mal die Aktion im Landkreis statt. Zur Abschlussveranstaltung des Aktionstages Handel trafen sich Schüler, Lehrer und Schulleiter der teilnehmenden Schulen (Wirtschaftsschule Erlangen, Realschule Herzogenaurach) sowie Vertreter der regionalen Unternehmen auf Einladung von Oliver Brehm, dem Vorsitzenden des IHK-Gremiums Herzogenaurach, in den Räumen von Aldi-Süd in Adelsdorf zum Erfahrungsaustausch. Mit großer Neugier erwartete man vor allem die Berichte der Schüler.


Wie die Unternehmen ticken

"Ihr seid heute die Stars!", begrüßte Oliver Brehm die jungen Leute, "es ist wichtig für Euch, zu wissen, wie die Unternehmen so ticken". Es sei heute schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden, und "ihr habt nun einmal die Bandbreite der verschiedenen Handelsberufe kennen gelernt und erfahren, dass Arbeit im Handel nicht nur an der Kasse sitzen oder Regale einräumen bedeutet". Als Hausherr sprach Markus Steinbrenner von der "Faszination Handel", die ihn seit 25 Jahren nicht mehr loslasse. Die Firmen Aldi, Eisert, Obi und Rewe hatten sich an der Aktion beteiligt.

Katja Obermeier von der Realschule Herzogenaurach sprach von den positiven Erfahrungen. "Wir Lehrer fanden es sehr interessant, auch einmal in Betriebe reinzuschnuppern, denn wir haben ja keine Ahnung von so etwas!", schmunzelte die Fachleiterin Wirtschaft. Carolin Zauscher (Aldi) referierte kurz über die für alle Beteiligten "schwierige Sache" Berufsorientierung. Die Aktion komme genau richtig, nur so könnten die jungen Leute hautnah und live miterleben, wie es im Handel zugehe. "Das Projekt sollte Euch, aber auch uns viel gebracht haben!", resumierte sie.

Als Vertreterin der Unternehmen stellte sich Anja Menapace vom Familienunternehmen Eisert in Erlangen vor. Man müsse kein Spitzenschüler sein, um im Handel zu arbeiten. Wichtig seien die Fähigkeit zu kommunizieren, und Spaß an der Mode zu haben.

Kurzweilig stellten die insgesamt fünf Schülergruppen ihre Erfahrungen - positive wie auch manche negative - vor. Man erfuhr vom "Aldiäquator", aber auch über den Weg eines Produktes im Geschäft vom Wareneingang bis zur Kasse oder wie Waren gezielt im Regal positioniert werden. Natürlich haben die jungen Leute auch Regale aufgefüllt, Waren, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, aussortiert und mehr. Sogar vom Umgang mit schwierigen Kunden erfuhr man in einem lustigen Sketch der OBI-Gruppe.


Was ist mit den Mittelschulen?

Als Fazit klang immer wieder durch, dass manche Betriebe nicht auf den Aktionstag vorbereitet waren, dass die Zeit zu kurz war und manche Schüler gerne mehr als nur einen Arbeitsplatz kennen gelernt hätten. "Das muss noch besser werden", so Harmsen. Aber alle Praktikanten schwärmten von einem einmaligen, informativen, lehrreichen und nie langweiligen Erlebnis.

Schließlich nahmen die Schüler ihre Bescheinigungen aus den Händen von Oliver Brehm und Knut Harmsen entgegen. Schön wäre es, wenn sich in Zukunft auch die Mittelschulen im Landkreis an dieser Aktion beteiligen würden - diese Bitte gab Harmsen noch Schulrat Hans David mit auf den Weg.