In diesem Jahr besteht die Armenienhilfe der Pfarrei St. Georg 15 Jahre. Im Februar 1998 wurde zum ersten Mal für die "Küche der Barmherzigkeit" in Eriwan gesammelt. Das war der Beginn einer Projektserie, die bis heute wächst und immer nachhaltiger arbeitet. Alle Projekte der Pfarrei in Armenien wurden 2002 unter dem Begriff Armenienhilfe zusammengefasst.
Die Armenienhilfe hat in den vergangenen 15 Jahren verschiedene Projekte finanziert oder durch Spendenaufrufe ermöglicht, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfarrei. Bis jetzt wurden bzw. werden die Kosten einer Ausbildung für 20 junge Armenier übernommen. Für Kranke wurden Diagnostik, Medikamente und Operationen bezahlt. Kleidung, Spielsachen und Süßigkeiten wurden verteilt. Pakete mit wertvollen Spenden wurden verschickt und in Einzelfällen finanzielle Unterstützung gewährt.
Für Schulen wurden 26 Tafeln, mehr als 350 kg Tafelkreide, Landkarten, Sportgeräte und Süßigkeiten organisiert. Außerdem wurden auch die Kosten für eine Reparatur der Heizung übernommen. Auch in Kindergärten wurden Stifte und Süßigkeiten verteilt.
Für das Altersheim in der Nähe von Vanadzor wurden Essenvorräte für den Winter gekauft. Außerdem ließ die Armenienhilfe für jeden Bewohner des Seniorenheimes in Vanadzor eine warme Winterjacke nähen.
Für das Krankenhaus in Vanadzor wurde der Transport für gespendete Wärmebetten, Inkubatoren, Babykleidung usw. organisiert. Außerdem ermöglicht ein Küchenumbau die Versorgung der kranken Kinder mit Essen.

Acht Mädchen fanden Arbeit

Für das Waisenhaus in Vanadzor wurden 38 Stockbetten im Land gefertigt, armenische Bücher für die Bibliothek gekauft, zehn Computertische mit zehn Stühlen, ein Einbauschrank, zwei Sofas mit vier Sesseln, 30 Stühle, Kleidung und Spielzeug gekauft sowie Süßigkeiten verteilt. Vor fast vier Jahren wurde eine Lehrwerkstatt für Mädchen gebaut, in der Bewohnerinnen des Waisenhauses den Beruf einer Schneiderin erlernen können. Schon jetzt haben acht Mädchen nach ihrer Ausbildung in dieser Werkstatt einen Arbeitsplatz gefunden.
In diesem Jahr ist die Armenienhilfe besonders erfolgreich, berichtet die Pfarrei: Die "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks haben 23 639 Euro für den Bau einer zweiten Lehrwerkstatt genehmigt, in der Jungen den Beruf des Schlossers erlernen werden. Das teilte Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) am Ende des ökumenischen Gottesdiensts zur russischen Nacht im Sommer mit. Bereits vor zwei Jahren wurde ein ähnliches Projekt von den Sternstunden finanziert, das sich als so erfolgreich erwies, dass auch die Errichtung eines neuen Gebäudes den strengen Kriterien der BR-Stiftung standhielt. Die Bauarbeiten haben schon begonnen. Der 2010 in Erlangen gegründete Verein "Hajastan", der aus der Armenienhilfe erwachsen ist, wird die Ausstattung mit Werkzeug übernehmen.
Die Decke im Treppenhaus des Waisenhauses wurde für 3100 Euro isoliert, um Heizkosten zu sparen. Obwohl die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind, hat sich die Temperatur in diesem Treppenhaus schon um fünf Grad erhöht.
Die Deutsche Botschaft in Eriwan hat 2100 Euro für die Renovierung eines Zimmers im Waisenhaus zur Verfügung gestellt. Da auch die Türen und das Badezimmer erneuert werden sollen, kostet alles zusammen 4500 Euro. Die fehlenden 2400 Euro übernimmt die Armenienhilfe.
In Höchstadt und seiner Umgebung werde vermutlich nicht zuletzt deshalb der Armenienhilfe so viel gespendet, weil keinerlei Verwaltungskosten abgezogen werden. Es komme wirklich jeder Euro bei den Bedürftigen in Armenien an. Dort bessert sich die wirtschaftliche Lage langsam, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Immer noch liegt aber die Arbeitslosigkeit in Nordarmenien, dem Wirkungszentrum der Armenienhilfe, bei mehr als 60 Prozent. Die Armenienhilfe findet also weiterhin ein reiches Betätigungsfeld. Das nächste geplante Projekt ist die Erneuerung der Wasserleitung im Waisenhaus. Außerdem soll das Warmwasser zukünftig mit Solarmodulen auf dem Dach gewonnen werden.