Zum 50-jährigen Bestehen des Elysée-Vertrags von 1963 zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer welcher, der das Ende der Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland bedeutete, gibt es im Kunstraum eine Ausstellung. Sie hat den Titel "50 Jahre deutsch-französische Freundschaft - La caricade franco-allemande" und zeigt lustige, aber auch ernst zu nehmende Zeichnungen.
Die Ausstellung wurde am Mittwochabend im Beisein vieler Herzogenauracher eröffnet. Durch das Zustandekommen des Vertrages bildeten sich auch viele Städtepartnerschaften - so auch die von Herzogenaurach mit Sainte Luce sur Loire, welche dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert.
Die Ausstellung präsentiert 25 Karikaturen und Zeichnungen von deutschen sowie 25 gleichartige Kunstwerke von französischen Künstlern. Sie alle versinnbildlichen die deutsch-französische Zusammenarbeit. Von Adenauer und De Gaulle bis hin zu Merkel und Sarkozy ist hier für alle etwas dabei.
So zeigt beispielsweise der Franzose Jean Plantureux, welcher im März 1951 in Paris geboren wurde, bereits im Jahr 2000, die Abschaltung deutscher Kernreaktoren, aber dennoch den weiteren Verbrauch von Kernenergie als Importware aus Frankreich: Frankreich deckte zu dieser Zeit 76 Prozent seines Strombedarfs mit Atomkraft - zur selben Zeit liegt Deutschland mit 27 Prozent bei weniger als der Hälfte.
Oder auch ein Werk des selben Künstlers über "Verpackungskünstler". 1993 tobte ein Kulturstreit um das Reichstagsgebäude. Das Verpackungskünstler-Ehepaar Christo und Jeanne-Claude wollten das Reichstagsgebäude, welches damals zum Sitz des deutschen Bundestags umgebaut werden sollte, mit 100 000 Quadratmetern Stoff verhüllen - wie schon im Jahr 1985 die älteste Pariser Seine-Brücke Pont Neuf. Der Deutsche Bundestag stimmte dann gegen den Willen von Kanzler Kohl der Verhüllung zu. Die Karikatur zeigt einen halb verhüllten Bundestag und die bis zum Hals "verpackten", auf einem Podest stehenden Staatsoberhäuptern mit der Unterschrift "Umstrittene Verpackung".
Diese und viele andere Werke sind noch bis 10. November in der Ausstellung zu sehen. Am 8. November gibt es außerdem gesonderte Öffnungszeiten von 8 bis 13 Uhr, um auch den Schulen die Möglichkeit zu geben, die Ausstellung im Rahmen des Geschichte- und Sozialkundeunterrichts zu besuchen.