Täglich ändern sich die Informationen, doch eine konkrete Aussage liegt offenbar noch nicht vor. Zumindest war das bis zur Sitzung des Kreisausschusses am Freitag so. Das stellte Landrat Alexander Tritthart (CSU) bezüglich der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Herzogenauracher Berufsschulturnhalle fest. Es stehe also in den Sternen, ob der jüngste Kreistagsbeschluss zum Thema Bestand haben kann. Dieser lautete, dass man die Notunterkunft nur bis zum 15. März anbieten wolle, wie ursprünglich auch geplant, weil die Schule die Halle wieder brauche.

Zwei Tage später, so Tritthart, habe der Regierungspräsident bei ihm angerufen. "Es ist kein gutes Zeichen, wenn seine Nummer am Display auftaucht", sagte der Kreischef. Das bedeute meist nichts gutes. Diesmal wurde mitgeteilt, dass im Bezirk künftig der Winternotfallplan gelte. Das wiederum bedeutet, dass die Landkreise und Kommunen neue Angebote zur Unterbringung schaffen müssen. Inwieweit das auch für Erlangen-Höchstadt gilt, das will Tritthart nun herausfinden. Und klären lassen, ob der Bedarf an der Erstaufnahmeeinrichtung noch gegeben ist. Bis gestern habe keine Aussage vorgelegen.

Jedenfalls sei damit noch nicht geklärt, ob die Unterkunft in der Sporthalle der Berufsschule tatsächlich am 15. März aufgelöst werden kann. Die Verträge enden an diesem Tag, auch für den Sicherheitsdienst und die Betreuung.

Fakt sei, dass die Einrichtung an der Berufsschule durchaus gut funktioniere. Weshalb solle man diese dann schließen und anderswo 150 Plätze schaffen? Das ließe sich wohl kaum vermitteln. Tritthart signalisierte Entgegenkommen. "Wenn die Not so groß ist, sind wir bereit."

Die Container kommen

Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) bezeichnete diese unklare Situation als nicht gut. Die Einrichtung funktioniere zwar, sei aber auch teuer erkauft. Man müsse schon darüber nachdenken, ob es andere Perspektiven gäbe. Immerhin konnte der Landrat auf Hackers Frage hin bestätigen, dass bei einem Inkrafttreten des Winternotplans vom Bezirk die wirtschaftlichen Kosten inklusive Sicherheitsdienst erstattet würden.

Zugesagt wurde von Tritthart, dass man jetzt Container für Asylbewerber anmieten werde. Diese sollen dann in Buckenhof und in Herzogenaurach aufgestellt werden. Dort hat die Stadt ja in der Eichelmühlgasse durch den Abbruch des ehemaligen Tafelgebäudes Platz geschaffen.

Manfred Bachmayer (Grüne) schlug vor, anstelle von Containern doch Holzhäuser in Ständerbauweise zu errichten. Diese könnten auch danach noch genutzt werden, beispielsweise als günstiger Wohnraum. Das allerdings würde wieder Fragen bei der Verrechnung aufwerfen, wenn eine Kommune das dann später nutzt, sagte der Landrat. Auch habe man schon Angebote gesehen, die alles anderes als günstig gewesen seien. Ein Problem sei darüber hinaus die Tatsache, dass dem Landkreis Grundstücke bis maximal fünf Jahre Dauer angeboten wurden. Da stelle man aber kein Haus drauf. In der nächsten Bürgermeisterbesprechung wolle er daran appellieren, auch längerfristig Platz zur Verfügung zu stellen.

In der Sitzung zeigte sich auch eine gewisse Hilflosigkeit, in der sich die Behörden angesichts der täglich ändernden Zahlen sehen. Im Moment sei es der Zustrom aus dem Kosovo, der kaum zu erfassen sei und die eigentliche Arbeit erschwere. Laut Tritthart sprechen manche Menschen schon von einer Völkerwanderung. "Solche Probleme lösen wir nicht", sagte der Grüne Bachmayer. Und Walter Nussel, auch Landagsabgeordneter der CSU, forderte, den Druck auf Berlin zu erhöhen, damit der Kosovo als sicheres Land gelte.

Problem der Fehlbeleger

Ein weiteres Probleme stellen laut Landrat Tritthart die so genannten Fehlbeleger dar, die in der Statistik nicht angerechnet seien und die Einrichtungen blockieren würden.

Mahnend meinte der Landrat, dass es es bei manchen in der Bevölkerung noch nicht angekommen sei, "wie angespannt die Situation schon ist und auch noch werden wird." Momentan habe man noch eine positive Stimmung und Willkommensstruktur. "Doch das ist irgendwann auch mal in Gefahr."