"Die Situation ist deutlich entspannter", erklärte Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Kreistagssitzung am Montagmorgen und bezog dies auf die Flüchtlingssituation im Vergleich zu den Tagen kurz vor Weihnachten 2015. Während der Landkreis damals noch rund 2000 Migranten beherbergte, sind es aktuell nur mehr etwa 1200. Etwa 200 Neubürger sind anerkannt und auf Wohnungssuche. Sie laufen als sogenannte Fehlbeleger in den Massenunterkünften. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge liege zwischen 90 und 100.
Räumlichkeiten, die als Notunterkünfte angemietet worden seien, könnten derzeit rückgebaut und zum Teil schon ab September zurückgegeben werden. Gelöst sei die Situation damit sicher noch nicht, aber die Zahlen sprächen für eine gut funktionierende Arbeit.


Landratsamt nimmt Gestalt an

Hauptthema der Sitzung war jedoch der Fortschritt beim Bau des neuen Landratsamtes in der Nägelsbachstraße. Abgesegnet wurde vor allem die Vergabe von diversen Arbeiten im anstehenden Innenausbau. Tritthart stellte zufrieden fest, dass man bisher 78 Prozent der Bauaufträge vergeben habe und damit rund 1,66 Millionen Euro unter der Kostenberechnung läge. Es deute alles darauf hin, so Tritthart, dass man insgesamt im Rahmen der veranschlagten Baukosten bleibe.
Von großem Interesse für die zahlreich anwesenden Verwaltungsangestellten des Amtes war die Gestaltung ihres künftigen Arbeitsplatzes. Für die diesbezüglich beauftragte Firma bl Office gab deren Vertreter ausführliche Erläuterungen, Modelle und Planskizzen zur Anschauung.
Selbstverständlich sei man bemüht gewesen, altes Mobiliar aus verschiedenen Dienststellen kostengünstig weiter zu verwenden. Allein das Alter, die Kompatibilität, die Ersatzteillage und ein möglicher wochenlanger Umzug mit Ausfall einiger Dienststellen habe dies als wenig sinnvoll erscheinen lassen.
Deswegen werden neue, funktionale und variable Möbel angeschafft, die auch ergonomisch "dem aktuellen Standard entsprechen" (Tritthart). So dient ein höhenverstellbarer Schreibtisch nicht nur dem Wohlbefinden eines Angestellten, wenn er einmal im Stehen arbeiten kann, sondern dient auch der Prophylaxe hinsichtlich Rückenproblemen durch zu langes Sitzen.
Der geplante Sitzungssaal und der Mehrzwecksaal bedürfen hinsichtlich der Innenausstattung noch der einen oder anderen Idee. Vieles, Stühle und Tische, soll sich auf Rollen bewegen. Dies diente nicht nur der Kommunikation untereinander, sondern auch der Beweglichkeit des Systems.


Abschied von Wolfgang Fischer

Mit einer Schweigeminute für die Opfer und Betroffenen von Ansbach, München und Würzburg hatte die Sitzung des Kreistags begonnen, etwas fröhlicher durfte sie ausklingen: Verabschiedet wurde Regierungsdirektor Wolfgang Fischer, der zu neuen Aufgaben in die Bezirksregierung Mittelfranken berufen ist. Landrat Alexander Tritthart überreichte ein Bild zur Erinnerung an den Regnitzgrund und zur Verschönerung des neuen Amtszimmers.