Möglicherweise ist eine Frisierhaube dran schuld, dass gestern Nachmittag in einem Wohnhaus in der Hauptstraße ein Feuer ausbrach. Oder es war ein technischer Defekt an der Elektrik. Festlegen wollte sich die Polizei vor Ort nicht, ein Fremdverschulden konnte aber ausgeschlossen werden. Letztlich ging der Brand noch relativ glimpflich aus - eine Wohnung wurde durch die Flammen und das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen, der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen unter 50 000 Euro liegen.

"Die Nachbarin hat mich angerufen", erzählte der Hausbesitzer der Polizei an Ort und Stelle. "Guck doch mal rauf. Bei Euch brennt's", habe sie gesagt. Da eilte der Mann, der eine Dachdeckerfirma betreibt und im Erdgeschoss des Hauses ein Büro hat, zum Brandort. Fünf Feuerwehren waren dort zugegen, die Ortsdurchfahrt wurde abgesperrt. Auch die Drehleiter der Stützpunktwehr Herzogenaurach eilte in den Seebachgrund. Schließlich wurde zunächst von einem Dachstuhlbrand ausgegangen.

Erleichterung

Dass "nur" ein Wohnungsbrand daraus wurde und der Dachstuhl selbst, nach erster Besichtigung, wohl ohne Schaden blieb, das sorgte nicht nur beim Hausbesitzer für Erleichterung. Auch die Bewohnerin des Hauses, eine 83-jährige Witwe, sah das Treiben besorgt mit an. "Ich war ja gar nicht da", sagte sie. Auf das Feuer aufmerksam geworden war sie, als sie nach Hause kam und dachte: "Da brennt's doch bei mir!" In ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss brannte es dann zum Glück nicht, sondern in einem unbewohnten Zimmer oben drüber, das aber zur Wohnung gehört.

Michael Reif und Carsten Maier von der Freiwilligen Feuerwehr Heßdorf waren als erste am Brandort. Mit Atemschutz ausgerüstet, stiegen sie die Treppe hinauf unters Dach. Gleich einen Meter hinter der Treppe stießen sie auf ein offenes Feuer. "Da brannte ein Stapel Decken", sagte Reif. Doch viel mehr erkennen konnten die Beiden anfangs nicht. "Es war alles verqualmt. Wir hatten vielleicht einen halben Meter Sicht." Die Flammen waren schnell abgelöscht, das Fenster wurde aufgerissen und es konnte Entwarnung gegeben werden.

Nach dem Feuer kam das Wasser

An den Brandort geeilt waren die Feuerwehren aus Großenseebach, Heßdorf, Hesselberg, Weisendorf und Herzogenaurach. Auch Bürgermeister Bernhard Seeberger informierte sich. Für die Weisendorfer Wehr war das übrigens nicht der einzige Einsatz des Nachmittags. Der starke Dauerregen ließ die Einsatzkräfte erneut ausrücken. Diesmal war kein Feuer, sondern Wasser schuld. Die Seebach war übergelaufen und überflutete einen Keller.