Von Frühling war bei der "Gala on Ice" des Eissport- und Schwimmclubs Höchstadt keine Spur. Die 1000 Zuschauer, die sich ins Eisstadion eingefunden hatten, um Freunde oder Familiennachwuchs zu unterstützen, waren darauf bereits gefasst: Isomatte, Decke und gefütterte Winterschuhe durften auf keinen Fall fehlen, um den Abend in der eiskalten Halle zu überstehen.

Beiheizbare Halle erwünscht

"Das wär' schön, wenn's hier beheizt wäre", gibt Nadja Müller, die Erste Vorsitzende des ESC und Abteilungsleiterin für Eiskunstlauf, zu. Dennoch war der Höchstadter Verein sehr bemüht, dem Zuschauer das Frieren mit der künstlerischen und sportlichen Darbietung zu kompensieren. Gleich zu Beginn bewiesen die Brüder Alexander und Martin Bode, gemeinsam mit Jennifer und Sabrina Gibtner, die zum Lied "Auf uns" von Andreas Bourani liefen, dass Eiskunstlauf keineswegs nur eine Frauen-Domäne ist. Die beiden führten eine Figur auf, bei der sie in gebückter Haltung jeweils ein Bein gerade ausstreckt hielten, sodass auch dem Eiskunstlauf-Laien klar wurde, welche Vorbereitung in den Auftritt fließen muss.

Und wie schätzen die Läufer selbst den Aufwand ein? Die Gala sei schon "sau viel Vorbereitung", verrät Eiskunstläufer Martin Bode. Er selbst sehe die Aufführung allerdings recht locker: Mit dem intensiven Training für die Eisgala hat er zwei Wochen vor der Veranstaltung angefangen.

Einwandfrei lief die Show nicht ab - der Moderatorin Silvia Stenz bereitete gleich zu Beginn das Mikrofon Probleme, das Knistern und das Quietschen waren unüberhörbar. "Da hat uns die Lichttechnik dazwischen gefunkt", schilderte Nadja Müller das Problem. "Jetzt sehen sie mich nicht mehr, hören mich dafür aber besser",, konterte Stenz, die fortan nicht mehr selbst auf dem Eis zu sehen war.

Dennoch gab sich Müller mit dem Einsatz ihrer Eisläufer und Eistänzer zufrieden. Besonders die Leistung von Kristin Noack, die für die verletzte Eva Deichselberger in letzter Minute eingesprungen sei, sei herausragend gewesen. "Am Mittwoch haben wir den Musiktitel besprochen, gestern Abend hat sie bis Mitternacht geprobt", würdigte Müller den Einsatz ihrer Eisläuferin.

Spaß mit den Kleinen

Die Vorführung, die trotz 25-minütiger Pause fast drei Stunden dauerte, bot neben Soloauftritten von Lisa Noack und Martin Bode sowie ein Eistanz-Auftritt zu gemächlichen Walzer-Tönen auch zahlreichen Nachwuchs- und Jugendgruppen die Möglichkeit, ihre wackeligen Sprünge vor großem Publikum zu proben.Die Kleinen durften in der Rolle von gelben Minions glänzen, die wacker übers Eis schlitterten, oder als taffe Raubkatzen, die zur Musik von Pettersson und Findus auf der Bühne ihre Schnurrbarthärchen und Tierschwänze fleißig bewegten.
Ob man gerade diese Auftritte nicht komprimieren könnte, um die bibbernden Zuschauer früher nach Hause zu schicken? Das wäre nicht angebracht, meinte Nadja Müller: "Wir sind ein Hobby-Verein. Es ist wichtig, dass jeder seinen Sprung zeigen darf." Dass es den "Älteren" nichts ausmacht, die Kleinen bei ihren ersten Schritten auf dem Eis zu begleiten, erzählt Alexander Bode, der mit dem Nachwuchs die Choreographie zu Pettersson und Findus eingeübt hat: "Mit denen macht es sogar mehr Spaß, als selbst zu laufen. Die sind megasüß".

Insgesamt war tosender Applaus eher selten. Dafür wurden schwierige Figuren oder ein leuchtendes "Pinker Panther"-Kostüm rasch mit Beifall belohnt und für die Eisläufer regnete es durchgehend Blumen und Rosen. Ein langer und kalter Abend, bei dem man sich trotzdem bei Laune halten konnte: So zum Beispiel bei der Gruppen-Choreographie zum flotten indischen Lied "Jai Ho" oder beim Tanz zur Melodie von "Let it Go", bei dem einer Reihe junger Mädchen der Traum in Erfüllung gegangen sein durfte, für einen Abend in die Rolle der Eisprinzessin Elsa zu schlüpfen.