Als kurz vor 13 Uhr die letzten Handgriffe getan waren, hatten sich die Arbeiter ihre Brotzeit wahrlich verdient. Den Vormittag über waren sie auf dem Kirchenplatz damit beschäftigt, einen Kran aufzustellen.

Eine enge Zufahrt, lauter historische Gebäude ringsherum und kaum Platz zum Rangieren - so gestaltete sich für die Männer des Uehlfelder Bauunternehmers Reiner Jakob diese etwas andere Baustelle vielleicht auch etwas schwieriger als sonst. Als zum Abschluss noch die zehn, zwölf Tonnen schweren Gewichte aufgesetzt waren, um dem Kran die Stabilität zu verleihen, war es geschafft. Jakob war zufrieden: "Passt, alles einwandfrei."


Filigranes Rangieren

So viel schwieriger war's im Grunde genommen dann aber doch nicht. "Es erfordert halt eine gewisse Logistik", sagte Jakob. Denn viel Raum hatte er auf dem engen Platz nicht. Deshalb sei auch nicht sein größter Kran im Einsatz gewesen. Und so gestaltete sich das Zentimeter genaue Rangieren des zusammengeklappt etwa zwölf Meter langen und 16 Tonnen schweren Krans auch als Filigranarbeit. Rücksicht musste auch noch auf einen ungünstig stehenden Baum genommen werden.

Der Kran, der auf 30 Meter ausfahren und dann noch immer ein Gewicht von einer Tonne heben kann, wird für ein privates Bauvorhaben benötigt. Hinter der Mauer, auf dem Grundstück des Wirtshauses Glaß, steht eine historische Scheune, die zu Wohnzwecken umgebaut werden soll. Für die Arbeiten auf dem Dach braucht's den Kran, sagte Jakob, der für den Bauherren Helmut Glaß auch die Rohbauarbeiten übernimmt und von daher noch ein paar Wochen vor Ort sein wird. Für einige Zeit werden sich auch die Passanten und Kirchgänger mit dem Kran anfreunden müssen.

Den Transport des eisernen Ungetüms der Marke Potain (Typ HD 32, Baujahr 1995) übernahm die Fachfirma Peter Wagner aus Reichmannsdorf. Für Fahrer Stefan Rauscher war's wohl keine besondere Herausforderung: "Da gibt es engere Gassen", sagte er.

Eher "normal" klang auch die Konversation der Arbeiter während des Aufbaus. "Des gedd ned", sagte der eine. "Des geht scho", meinte der andere. "Es knistert halt a weng", stellte ein Dritter fest. Und der Chef sagte: "Ihr glabbd mir hald nix."

Also also alles irgendwie ganz normal.