Hey, Du bist der Längste hier, schau mal, ob Du meine Frau siehst!" Da war der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker als Indianer gekommen, doch das interessierte die Narren auf dem Herzogenauracher Marktplatz nicht. Da gibt es kein "Ober" und kein "Unter" - da sind halt alles Narren.

Beim Heller ging's am Faschingsdienstag nicht anders zu. Ober und Unter spielte nur beim Schafskopfen eine Rolle - sonst nicht. "Zugabe", wurde aus den Reihen der Zuhörer gerufen - "Halt Dei Maul", war die charmant-fränkische Antwort von Ludwig Spieß, einer der musizierenden Kumpanen der Aurachspatzen, in Richtung der Rufer. Und als der Fuchsen Erich, ehemaliger Planungsamtschef der Stadt Herzogenaurach gemeint hat, dass er die Kapelle zum Liedla zwingen könnte, gab es halt ein fröhliches "Fuchs, Du hast die Gans gestohlen". Da hat dann jeder mitgesungen, der das Kinderliedchen kannte, und der Fuchs war närrisch ruhig.

Beim Heller war Stimmung bis etwa zwei Uhr, dann hieß es für die echten Narren auf den Marktplatz zu wechseln. Die Grenzmarker spielten zunächst mit Faschingshits auf, bevor der Taktstock an die "Nachtschicht" übergeben wurde. Die heizten den rund 1000 Gästen auf dem Marktplatz dann kräftig ein. Dass die Faschingshochburgen in Köln, Düsseldorf und Mainz liegen sollen, mochte dann keiner mehr glauben.

Die Kamellen flogen aus Richtung der Kapellen in Richtung der schunkelnden und singenden Narren aus dem ganzen Landkreis. Der Kulturchef Helmut Biehler rockte als Bob Marley mit, Bürgermeister Hacker war wie erwähnt Häuptling der Indianer aber nicht Chef der Stadt, Pressekoordinatorin Andrea Pöltl überzeugte mit grünem Filzhut, aber nicht mit Macht über die schreibende Zunft.

Die Freiwillige Feuerwehr sorgte für den Nachschub bei den Getränken, denn die winterliche Sonne bescherte deutliche Temperaturen über dem Nullpunkt, die einfach Durst machten. Selbst nach Sonnenuntergang war diese närrische Wärme noch deutlich spürbar.

Schade, meinten viele der Narren als es dem Ende zuging. Die fünfte Jahreszeit hatte wieder einmal ein viel zu rasches Ende gefunden. Eigentlich sollte der Marktplatzfasching viel länger dauern. Vielleicht vom 11.11. bis zum Aschermittwoch? Die Narren dürfen es jedenfalls nicht entscheiden.