Die Zeit drängt. Die Aisch- und die Flutbrücke in Höchstadt sollen abgerissen und erneuert werden. Schon im kommenden Jahr will das für die Staatsstraße zuständige Staatliche Bauamt Nürnberg mit dem Abriss beginnen.
Für die rund 15.000 Fahrzeuge, die täglich diese einzige Nord-Süd-Verbindung in Höchstadt nutzen, muss eine Alternative gefunden werden. Eine solche nimmt jetzt immer mehr Gestalt an: Über eine Behelfsbrücke neben der Baustelle soll der Verkehr vom Karpfenkreisel durch den Schäfergraben und die Hirtengasse zur Großen Bauerngasse geleitet werden.

Provisorium wäre überflüssig

Verhindert werden könnte dieses Szenario, wenn die Stadt möglichst schnell mit dem Bau eines zweiten Aischübergangs beginnen könnte. Dieser würde dann die für die zweijährige Bauphase geplante Behelfsbrücke überflüssig machen.

In der Stadtratssitzung am Montagabend wurde bei nur einer Gegenstimme ein Bebauungsplan für eine solche weitere Querung des Aischtals ins Genehmigungsverfahren geschickt. Die Chancen sind allerdings noch nicht auszuloten, ob dieses Projekt so schnell wie gewünscht realisiert werden kann.

Nachdem das Wasserwirtschaftsamt Zustimmung für einen zweiten Aischübergang signalisiert hat, hängt jetzt alles vom Naturschutz ab, stellt Bürgermeister Gerald Brehm (JL) fest. So müsse ein von der Stadt beauftragtes Fachbüro gegenüber dem Landratsamt nachweisen, dass es keinen Ausschlussgrund gibt. Das Stück Natur, das für den Aischübergang genommen wird, müsse andernorts als Ausgleichsfläche ausgewiesen werden. Ein Ergebnis erwartet der Bürgermeister frühestens im April oder Mai.

Verschoben wird nichts

Der Versuch, beim Straßenbauamt eine Verschiebung der Brückenerneuerung zu erwirken, hat keine Aussicht auf Erfolg. Wie Rainer Popp, der Leiter des Bereichs Straßenbau beim Staatlichen Bauamt in Nürnberg, gestern auf Anfrage des FT erklärte, würden die Zeitpläne für die Brückenerneuerung stehen, die Pläne für die Behelfsbrücke samt der neu anzulegenden Zufahrt über den Festplatz seien genehmigt und die finanziellen Mittel losgeeist.

Auf eine zeitliche Verschiebung der Brückenerneuerung lässt sich Popp nicht ein. Die Brücken würden zwar nicht von heute auf morgen einstürzen, aber der schlechte Spannstahl könne dazu führen, dass die Staatsstraße komplett gesperrt werden müsse, sagte Popp.

In einem Gespräch mit dem Bereichsleiter konnte Bürgermeister Brehm gestern wenigstens eine Frist bis September dieses Jahres aushandeln. Wenn die Stadt Höchstadt bis dahin vom Landratsamt die Genehmigung eines zweiten Aischübergangs in Aussicht gestellt bekäme, könnte das Straßenbauamt den Bau der Behelfsbrücke noch stoppen. Die gesparten Kosten könnten dann in den neuen Aischübergang fließen.

Wenn die Stadt heuer im Herbst loslegen könnte, hält es Brehm für möglich, bis September 2016 den neuen Aischübergang zu nutzen. Etwa ein halbes Jahr müssten die Autofahrer dann auf die Aischbrücke bei Lonnerstadt ausweichen. Im Frühjahr will das Straßenbauamt mit dem Abriss beginnen.

Alexander Schulz (CSU) lehnte in der Sitzung eine Behelfsbrücke generell ab. Den ganzen Verkehr durch Schäfergraben und Hirtengasse zu leiten, würde seiner Meinung nach zum Chaos führen und sei sinnlos. Bürgermeister Brehm erinnerte nur daran, dass Behelfsbrücke mit Straßenführung vom Stadtrat bereits mit großer Mehrheit beschlossen sei.

JL-Sprecher Michael Ulbrich plädierte auf jeden Fall dafür, die Bauleitplanung für den zweiten Aischübergang weiter zu verfolgen. Über die Behelfsbrücke wäre niemand glücklich, aber notfalls gehe es ohne nicht. Auch SPD-Sprecher Hänjes möchte die Planung für einen zweiten Höchstadter Aischübergang weiter verfolgen.