Krankenhaus, Altenpflege, Behindertenbetreuung: Das sind die klassischen Einsatzgebiete der sogenannten Bufdis. Der Bundesfreiwilligendienst wurde 2011 als Ersatz für den Zivildienst eingeführt und ist dazu gedacht, Sozialarbeit zu unterstützen. Bald könnten auch neu geschaffene Stellen im Asylbereich dazu kommen.

Einen dementsprechenden Antrag hat die Grünen-Fraktion im Kreistag gestellt. Sie möchte, dass der Landkreis ein Sonderprogramm des Bundes anzapft. Dabei geht es um den "Bufdi mit Flüchtlingsbezug". Dann können nicht nur Einheimische Dienst in der Asylhilfe tun, sondern auch Flüchtlinge selbst.


Zwölf Monate im Einsatz

Einsatzmöglichkeiten für den zwölfmonatigen Dienst sind die Mithilfe in Unterkünften, die Unterstützung in Kitas, Schulen oder in der Erwachsenenbildung, bei der Integration in Freizeit und Sport oder der Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helferkreisen.

Die Leistungen sind - ähnlich wie früher beim Zivi - eher gering. Die Einsatzstelle entscheidet, wie hoch das Taschengeld ausfällt. Maximal gibt es 363 Euro monatlich. Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung können gestellt werden. Sozialversichert ist der Asyl-Bufdi wie ein Auszubildender.


Antrag einstimmig angenommen

Der Antrag der Grünen wurde im Sozialausschuss des Landkreises von allen Kreisräten befürwortet. Bevor allerdings der Landkreis den Antrag beim Bund stellt, gebe es noch ein paar Punkte zu klären, sagt Landrat Alexander Tritthart (CSU). "Wir müssen erst eine Strategie erarbeiten. Es ist unbedingt notwendig, mit den Wohlfahrtsverbänden und den Helferkreisen zu sprechen", sagt Tritthart, der betont, wie wichtig es sei, die Helfer vor Ort mit ins Boot zu holen, um konkrete Einsatzorte zu kennen.

"Ein oder zwei Bufdis könnten wir gut gebrauchen", sagt Astrid Marschall (Grüne). Und auch ihre Kollegin Retta Müller-Schimmel betont, wie vielseitig einsetzbar die Bufdis im Asylbereich wären - egal ob Einheimische oder Flüchtlinge. Auch Müller-Schimmel ist dafür, erst abzufragen, ob Bedarf überhaupt bestehen würde, fügt aber hinzu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand ablehnen wird, bei der hohen Zahl an Flüchtlingen."

Wie wahrscheinlich es ist, dass die Bufdi-Stellen bewilligt werden, ist unklar. Der Landrat schätzt jedoch, dass sich bundesweit wohl tausende Einrichtungen und Gemeinden bei dem Sonderprogramm mit einem Volumen von 50 Millionen Euro jährlich bewerben werden.

Trotz Zeitdruck beschloss der Sozialausschuss, dass zunächst ein Konzept erstellt wird, wie die Bufdis eingesetzt werden könnten. Im April könnte man sich dann beim Bund um die Stellen bewerben. "Das Haupteinsatzgebiet muss geklärt sein. Sonst muss sich der Bufdi ja förmlich zerreißen", sagt Tritthart, der mit einer bleibend hohen Nachfrage nach Helfern im Asylbereich rechnet.