Nur ein Tor im WM-Spiel Deutschland gegen die USA, aber das wurde ordentlich bejubelt. Im Höchstadter Jugendzentrum hatte sich Leiterin Julia Gally beim Public Viewing wohl etwas mehr Zuspruch erhofft.
Rund dreißig Kinder und Jugendliche hatten sich eingefunden. Die aber erwartete eine sieben Meter breite Großleinwand, bequeme Sitzgelegenheiten und Snacks, die die Verantwortlichen vorbereitet hatten. Leiterin Julia - mit schwarz-rot-goldenen Bunny-Ohren und Fähnchen auf dem Kopf - sammelte eifrig Wetten für das Spiel wie auch für den Weltmeistertitel ein. Ausgewertet werden sie erst am Ende der Weltmeisterschaft. Wer dann die meisten Punkte hat, darf auf einen Preis hoffen.
Ein 2:1 für Deutschland tippte die Leiterin des Jugendtreffs für das Spiel gegen die USA. Damit lag sie auf einer Linie mit vielen Fußballfans. Daniel Siebenhaar, der mit seinem sechsjährigen Sohn Jeremia das Spiel verfolgte, erhoffte sich sogar ein 3:1 für die deutsche Mannschaft. Den Weltmeistertitel traut er der Elf von Jogi Löw allerdings nicht zu. Brasilien werde im eigenen Land Weltmeister, ist die Prognose des jungen Höchstadters.
Doch bis dahin ist es noch weit. Zunächst ging es um die Eintrittskarte fürs Achtelfinale. In der ersten Halbzeit blieb es im Jugendzentrum "Chill out" sehr ruhig. "Die sind noch nicht richtig im Spiel", fand Gzim, der sich mit Freunden im Jugendzentrum das Match anschaute. Trotz ihrer ausländischen Wurzeln schlug das Herz der Freunde für die deutschen Fußballer.
"Ich vertraue den Deutschen", sagte Gzim in der Halbzeit und tippte auf 1:0 für Deutschland. Auch Daniel Siebenhaar war in der Pause guten Mutes: "Die deutsche Mannschaft ist klar überlegen", stellte er fest. Das Tor von Müller riss auch die sonst eher ruhigen Zuschauer von den Stühlen. In der Nachspielzeit gab es dann auch für die Fans im Jugendzentrum noch eine Zitterpartie. "Mensch, spielt doch auf Zeit", war aus dem Hintergrund zu hören. Das muss wohl Gzim gewesen sein.